Gebr. Stollwerck automatische Chocolade-Sparkasse
Alte Fundstücke auf Alltagserinnerungen.de. Jeden Tag verlöschen die Feuer der Erinnerung. Damit sie nicht unwiederbringlich verloren gehen halte ich sie am Leben.
Heute: Gebr. Stollwerck´s automatische Chocolade-Sparkasse.
Damit willkommen zu einem weiteren Fundstück auf alltagserinnerungen.de
Unaufhaltsam verfliegt die Zeit und die Jahre ziehen ins Land. Viele Objekte fallen aus dem Licht der Gegenwart ins Vergessen der Vergangenheit.
Heute hole ich wieder ein solches Stück zurück in die Erinnerung.
Am Titel lässt es sich unschwer erkennen in welche Richtung es heute geht. Weit zurück in der Zeit, über einhundert Jahre bis in das Jahr 1895.
Im heutigen Köln am Rhein ist die Firma der Gebrüder Stollwerck ansässig.
Sie geht zurück auf das Jahr 1839, indem Franz Stollwerck eine Fabrikation für Hustenbonbons gründet.
Mit wachsendem Erfolg wird das Sortiment auf Marzipan, Printen und Schokolade erweitert. Dies wird die weitere Geschichte des Unternehmens verändern.

Die Gebrüder Stollwerck.
Im Jahr 1876 stirbt der Gründer und das Unternehmen geht auf seine fünf Söhne über, die Geburtsstunde der Gebrüder Stollwerck. Damit kehrt in wenigen Jahren der weltweite Erfolg in Köln ein.
Bereits 1887 werden die ersten Verkaufsautomaten aufgestellt, um die Produkte leichter zugänglich zu machen, ein voller Erfolg.
Fortan hängen in den großen Städten tausende von Stollwerck Automaten. Was die Entwicklung positiv beeinflusst. Allein in New York soll es mehr als 4.000 Stück gegeben haben.
Anno 1902 wird das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft geändert, die Geburtsstunde der Gebr. Stollwerck A.G.
Doch am Horizont der Zeit deutet sich ein großer Bruch in der Entwicklung an, der Erste Weltkrieg beginnt und unterbricht jäh den Erfolg.
Hiervon erholt sich das Unternehmen nie mehr, kurz danach beginnt die Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg. Es folgen Enteignungen und Zerstörungen der Werke.
Dazu kommen finanzielle Probleme, im Zug der Sanierung durch die Deutsche Bank wird die Familie aus dem Unternehmen verdrängt.
Gestoppt wurde dieser Niedergang erst 1972, als Hans Imhoff für eine symbolische Mark das Unternehmen übernimmt.

Ein kleiner Schritt zurück.
In die Zeit der erfolgreichen Schokoladenautomaten.
Beflügelt von diesem Erfolg bringt man kleinere Modelle in die Spielzimmer wohlhabender Familien – die Geburtsstunde der Gebr. Stollwerck´s Chocolada Sparkasse.
Unserem heutigen Fundstück.
Diese kleinen Automaten erfreuen sich großer Beliebtheit und verbreiten sich rasch in den Haushalten.
Für einen Betrag können die Eltern den Automaten des Filiusses mit Schokolade oder Bonbons ausstatten. Danach wird dieser mit einem Schlüssel verschlossen.
Für eine der süßen Leckereien muss ein Groschen eingeworfen werden, dieser verbleibt in der Sparkasse. Womit ein Spareffekt erzielt wird.
Andere Münzen fallen durch und zeigen keinen Erfolg, mit Ausnahme des Ansparens.
Womit das Prinzip der Sparautomaten in aller Kürze erklärt ist.
Johann Andreas Issmayer.
Es steht zwar Stollwerck auf dem Automaten, aber der Hersteller ist ein anderer. In unserem Fall die Firma von Johann Andreas Issmayer aus Nürnberg.
Sie besteht im Zeitraum zwischen 1861 und 1932.
Das Unternehmen fertigt, wie in dieser Zeit viele andere Konkurrenten, Blechspielwaren. Darunter die Gebr. Stollwerck´s automatische Chocolade-Sparkasse.
Merken tut es zu Hause niemand, denn alles ist mit Gebrüder Stollwerck versehen. Eine typische Lohnfertigung.
Der Gründer stirbt im Jahr 1922, das Unternehmen besteht weiter. Doch im Zuge der Weltwirtschaftskrise und des aufkommenden „Dritten Reiches“ verliert es seine ausländischen Geschäftspartner. Der Niedergang ist unaufhaltsam.
Schon um 1936 wird die Produktion beendet und die Fabrikanlage zu Wohnzwecken umgestaltet.
Zum heutigen Fundstück zurück.
Der Automat ist rot und hell lithografiert mit verschiedenen Texten und eine Ausführung mit einem Schacht und einer Schublade. Diese Versionen sind knapp 16 cm hoch.
Es gibt auch später den Stollwerck Victoria, der zwei Schächte und Schubladen besitzt und 26 cm Höhe erreicht. Eventuell dazu ein anderes Mal mehr.
Spare in der Zeit, so hast Du in der Noth.
Ein kluger Spruch ist über der Schublade zu finden.
Leider ist es nicht immer möglich.
Auf den Seiten ist ein roter Junge und auf der anderen Seite ein Mädchen zu sehen. Insgesamt ist die Gestaltung sehr schön gelungen.
Natürlich zeigen sich heute kleine Fehlstellen, nach weit über 100 Jahren völlig normal.
Auf der Rückseite ist eine Gebrauchsanweisung zu finden mit folgendem Text
Gebrauchs-Anweisung!
A. Die mit 6 Chocolade Täfelchen gefüllte automatische Chocolade-Sparkasse gibt Dir gegen Einwurf eines 10 Pfennig-Stückes ein Täfelchen gute Stollwerckiche Chocolade
B. Die Sparkasse bewahrt aber auch Deine gesparten 1,2 u. 5 Pf. Stücke auf, wirf sie nur hinein!
C. Ist die Chockolade-Sparkasse ausverkauft so bitte Papa oder Mama, welche den Schlüssel haben, sie Dir wieder mit Chocolade-Täfelchen zu füllen
D. Dieselben sind in den meisten Niederlagen Stollwerck´scher Chocoladen & Cacaos zu 25 Pf. Das Päckchen mit 10 Täfelchen käuflich
E. Beachte den Namen „Stollwerck“ auf der Etikette eines jeden Täfelchens

Soweit zu meinem heutigen Fundstück.
Die Schokolade ist selbstverständlich nicht mehr erhalten, man könnte den Automaten mit anderen passenden füllen – wer nicht wie ich über alte 10 Pfennig Stücke verfügt kann es mit Euro Münzen in der Größe von 5 Cent versuchen.
Ich hoffe unser Ausflug in die Vergangenheit hat Dir gefallen.
Heute sind diese Automaten gesuchte Sammlerstücke und zum Teil recht selten geworden.
In kleinen Heimatmuseen sieht man sie so gut wie gar nicht.
Jetzt mache ich mich wieder auf die Suche.
Bleib interessiert
Björn.

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