Alltagserinnerungen unterwegs. Herbst im Marsbachtal. Erinnerungen an die Zeit der bunten Wälder und eine schöne Runde durch das Marsbachtal.

Wenn ich aus dem Fenster schaue sind die Blätter schon lange nicht mehr bunt, der Himmel ist meist grau und es ist Winter geworden. Schnee ist hier jedoch selten in den letzten Jahren. Wenn überhaupt, dann kommt er für einige kurze Tage und ist ganz schnell wieder verschwunden oder dem Regen gewichen.

In meiner Kindheit war es noch ganz anders, da gab es noch richtig Schnee und ich konnte tagelang Schlitten fahren. Davon können die Kinder heute hier nur noch träumen. Ob es am Klimawandel liegt und wer dafür verantwortlich ist, ich kann es dir nicht sagen. Vielleicht ist es einfach der Lauf der Welt. Wenn ich mir die Entwicklung dieses Planeten in den zurückliegenden Milliarden Jahren anschaue, dann kam es immer wieder zu großen Veränderungen. Liegt jenseits unserer Vorstellungszeiträume und soll auch nicht Thema meines Artikels sein.

Berichten möchte ich dir heute von einem Ausflug in das Marsbachtal bei herrlichem Herbstwetter und vielem bunten Laub.

 

 

Das Marsbachtal.

Einen ersten Einblick haben dir die Fotos bereits gegeben, quasi zur Einstimmung.

Aber klären wir zunächst die Frage, wo liegt dieses Marsbachtal.

Das Marsbachtal liegt auf dem Weg zwischen Amorbach und Walldürn und ist heute ein Ökologisches Beobachtungsgehege. Kleiner Hinweis, auf dem Navi gibst Du “Miltenberger Str. 35” für Walldürn ein und passt ein wenig bei der Fahrt auf, dann kannst Du es nicht verfehlen.

Früher gab es viele solche kleinen Wildgehege, bei uns in der Nähe zum Beispiel den Brudergrund, aber auch den Eulbacher Park oder den Bergtierpark Erlenbach. Manche haben die Zeit nicht überlebt, beispielsweise die “Wildschweine” bei Würzberg. Später ein Kletterpark.

Direkt am Marsbachtal gibt es einen großen und kostenfreien Parkplatz und dort findet das Auto in der herrlichen Herbstsonne seine Ruhepause, während es für uns auf die knapp 1,3 Kilometer lange Runde durch das Marsbachtal geht. 

Gleich zu Beginn führt uns der Weg durch den großen und modern ausgebauten Spielplatz. Vorbei an einer Gaststätte, die allerdings geschlossen ist. Pilze säumen unsere Schritte, dazu die bunten Blätter und bald kommen wir an einen kleinen Teich oder Weiher.

Ich habe Dir das Marsbachtal bereits im Sommer gezeigt, jetzt ist es Zeit für den Herbst.

 

 

Und viele Pilze.

Das feuchte Klima lockt die Pilze aus dem Boden und ich kann mich gar nicht satt sehen, geschweige denn aufhören zu fotografieren. Da könnte ich mich über Stunden mit befassen, aber dann käme ich nicht weiter auf dem Weg. Glücklicherweise habe ich Zeit und der Weg ist nicht so weit. Da kann ich mich ganz meinen Entdeckungen in der Natur widmen. So habe ich es gern.

Du merkst, heute musst Du ein wenig mehr Zeit und Geduld mit im Gepäck haben. Mein Artikel wird etwas länger und die Fotos und Eindrücke sind reichlich.

Aber weiter geht es auf dem Weg, der gut ausgebaut ist und somit auch gut zu bewältigen ist, wenn Du nicht so gut zu Fuß bist.
Dann sind auch die ersten Tiere zu entdecken. Sie haben sich an einem kleinen Teich im Gehege ins Gras gelegt unter hohen Bäumen.

Es handelt sich dabei um eine kleine Gesellschaft von Mufflons, aber sieh doch selbst.

 

 

Die Tiere können sich hier frei entfalten.

Sie leben dadurch (fast) wie in offener Natur. Die Gehege sind sehr weitläufig und so kann es vorkommen, dass Du die Tiere gar nicht sehen kannst. Für mich liegt gerade darin auch die Faszination. So kannst Du öfter kommen und immer wieder etwas “entdecken”.

Während heute die Mufflons, auch Muffelwild genannt, gehören zur Unterart der Europäischen Mufflons. Früher waren diese Tiere auf Korsika zu Hause, mittlerweile gibt es sie in vielen europäischen Gegenden.

Auch in Deutschland sind sie teilweise frei vorkommend. Allerdings vielfach bedroht, neben der menschlichen Jagd auch durch die wieder eingewanderten Raubtiere Wolf und Luchs. Für diese sind die Mufflons oft leichte Beute und ganze Bestände wurden mittlerweile wieder ausgerottet. Begründet liegt dies darin, dass den Mufflon oft die Felsen für ihre Flucht fehlen und sie auf der Flucht so den genannten Tieren unterlegen sind.

Gar nicht so einfach. Gehen wir weiter. Ganz hinten, hinter den Bäumen kann man eine Anzahl von Hirschen erkennen.

 

 

Die Wildschweine durchpflügen den Waldboden.

Eine richtige Rotte, die jüngeren haben bereits tiefe Löcher in den Waldboden gegraben. Scheint richtig Freude zu bereiten. In freier Natur sind mir Wildschweine nur selten begegnet. Ab und an mit dem Auto vor Jahren ist am Flughafen ein großes Exemplar neben mir im Wald hergegangen. Jeder aber glücklicherweise seine eigenen Wege.

Meist siehst Du nur die Spuren am Boden. 

Ganz interessante Tiere, wie ich finde.

Wobei es die Tiere heute auch nicht einfach haben, mittlerweile werden schon Maisfelder mit Elektrozäunen geschützt. Früher hatten die Bauern weniger Geld und es blieb dennoch etwas für die Tiere übrig. So ändern sich die Zeiten.

Nun geht es wieder auf den Rückweg, es handelt sich hierbei um eine schöne Runde. Es gibt überall kleine Aussichtsmöglichkeiten und in der Ferne erkenne Schaufelwild. Ein Hirsch macht sich mit seinem Geweih an einem Baum zu schaffen.

Eigentlich handelt es sich um Damwild, wegen seiner “Schaufeln” am Geweih nennt man es auch Schaufelwild. Ihren Ursprung haben diese Tiere in Asien, mittlerweile sind sie auch in Mitteleuropa in der Heimat. Die Herrscher aus früheren Zeiten führten diese Tiere für ihre ausgedehnten Jagden ein.

 

 

Und schon sind wir zurück auf dem Parkplatz.

Eine schöne Runde, auf der es viel zu entdecken gab. Ich beschließe sofort eine Rückkehr, vielleicht an einem sommerlichen Tag. Aber zu warm darf es natürlich nicht sein, sondern sind die Tiere nicht zu finden. Auch diese lieben den Schatten an warmen Tagen.

Ich hoffe mein Rundgang in Wort und Bild hat dir gefallen.

Bis dahin, bleib interessiert.

Björn

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