Wildfrauhaus
Unterwegs zum Wildfrauhaus. Von mächtigen Felsen oder “wilden Menschen”. Sei interessiert und komm mit in den Wald.
Wildfrauhaus.
Es ist warm, fast zu warm. Wenn ich raus will, gehe ich in den Schatten der Bäume.
Glücklicherweise gibt es (noch) genügend Waldflächen um mich herum.
In die Ferne muss man nicht schweifen, auch in der Nähe gibt es schöne Flecken.
Einen davon möchte ich heute vorstellen.
Zunächst führt der Weg ins Modautal.
Genauer nach Lützelbach, unterhalb der Neunkirchener Höhe.
Hier gibt es einen großen Parkplatz am Ortsrand und von dort lässt sich der Weg gut starten.
Weit ist es nicht, aber imposant.
Auf einem Schild kann sich der wandernde Mensch informieren.
Vom Parkplatz führt der Weg hinein in den Ort.
Es geht die erste Straße rechts runter, vorbei an einer Metzgerei und die nächste wieder nach rechts.
Die beiden ehemaligen Gaststätten hier sind längst geschlossen.
Nach ein paar Schritten bergan, biege ich links ab in Richtung Waldrand.
So laufe ich bis ans Ende der Straße und stehe vor dem Wald.
In diesen biege ich nach rechts ab und folge dem Weg, ein Hinweisschild zeigt mir, ich bin richtig.
Hier im Wald ist es gefühlt weniger warm.
Drossel höre ich keine singen, aber der Weg ist angenehm zu begehen.
Die Sonnenstrahlen bieten schöne Licht- und Schattenspiele und am Wegrand tauchen erste Felsen auf.
Ankunft am Wildfrauhaus.
Ich bin angekommen, vor mir liegt eine Schutzhütte, Ruhebänke und eine Hinweistafel.
Ansonsten keine Menschenseele weit und breit.
Die Atmosphäre lasse ich auf mich wirken, bevor ich mir das Wildfrauhaus ansehe.
Woher kommt dieser seltsame Name?
Wie meist bei solchen Namensgebungen geht dieser auf eine Erzählung über. Genauer auf eine Frau, Du ahnst es.
Diese soll mit ihrem Gefährten vor langer Zeit hier gelebt haben.
In der Überlieferung ist sie eine Kräuterkundlerin.
Eines schönen Tages wird ihr Mann verhaftet und fortgeführt. Die Frau ruft ihm hinterher
“…verrat die Kräuter nicht…”.
Sorge um den Delinquenten scheint sie nicht zu haben.
Solche Sagen und Überlieferungen von “wilden Menschen” findest Du häufig.
Ob diese einen wahren Kern haben, ist meist nicht mehr zu bestimmen.
Wie entstand die Felsformation?
Das liegt weit zurück in der Erdgeschichte.
Vor ungefähr 340 Millionen Jahren erkaltet eine 600 bis 700 Grad heiße Steinschmelze im Untergrund des “Variszischen Gebirges”. Die Reste dieses einst großen Gebirges sind heute im Odenwald sichtbar, unter anderem.
Durch die Erkaltung bildeen sich mächtige Gesteine, darunter auch Granite.
Nachdem das Gebirge längst durch geologische und klimatische Prozesse abgetragen ist, sind die Gesteine im Boden verblieben.
Es herrscht tropisches Klima,
Mit dem Einbruch des Rheingrabens wird das Deckmaterial abgeschwemmt und die Gegend angehoben, die Gesteine kommen zurück an die Oberfläche.
Ich hoffe die geologischen Prozesse sind in meiner Sprache richtig beschrieben.
Solche Gesteinsformationen findest Du im Odenwald häufiger.
Wahrscheinlich stelle ich noch einige vor.
Mir hat der kleine Ausflug gefallen.
Ich hoffe es war auch für Dich interessant.
Bleib interessiert, bis zum nächsten Mal.

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