Burgen, Schlösser und Ruinen

Der Beerfelder Galgen

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Dezember 5, 2018

Heute geht es an einen Ort, an welchem schaurige Gerechtigkeit geübt wurde. Wir besuchen den Beerfelder Galgen.

Um den Galgen zu finden, fahren wir nach Beerfelden und dort auf der Landstrasse in Richtung Airlenbach. Einen halben Kilometer von Beerfelden befindet sich der Galgen.

Aber keine Angst, heute ist es hier völlig friedlich.

Es ist nicht irgendein Galgen, er gilt als der am besten erhaltene und grösste Galgen in ganz Deutschland.

Der Galgen befindet sich heute auf einer kleinen Anlage, ein Parkplatz befindet sich direkt nebenan.

Interessanterweise hat man hier eine schöne Aussicht, ob die Deliquenten diese früher genossen haben ist allerdings mehr als fraglich.

Bei dem eigentlichen Galgen handelt es sich um einen dreischläfrigen Galgen. Er besteht aus drei fünf Meter hohen Säulen aus Rotsandstein. Diese bilden ein Dreieck, damit gab es viel Fläche für die zu hängenden.

Errichtet wurde der heutige Galgen im Jahr 1597, zuvor gab es hier eine Richtstätte aus Holz.

Menschen, welche hier ihr Ende fanden, wurden von dem Hochgericht der Oberzent unter den Grafen von Erbach verurteilt.

Dies ging so lange, bis im Jahr 1806 die Gerichtsbarkeit zur Verhängung der Todesstrafe durch das neue napoleonische Recht verwirkt war.

Wurden hier wirklich Menschen gehängt?

Ja, es ist aber nicht ganz klar wieviele es waren. Gesichert ist eine Hinrichtung im Jahr 1746. Johann Adam Beisel wurde wegen Diebstahl und Ehebruch hier gehängt.

In der Nähe des Galgens befindet sich ein Gedenkstein, der auf die letzte Hinrichtung im Jahr 1804 eingeht. Eine “Zigeunerin” soll wegen Diebstahl eines Huhns und zweier Laib Brot hingerichtet worden sein.

Direkt vor dem wuchtigen Galgen befindet sich ein Kreuz auf dem Boden. Hier wurde dem Verurteilten die Absolution durch einen Pfarrer erteilt.

Im Laufe seiner langen Geschichte hat der Galgen vieles erlebt.

1788 sollte der Galgen abgerissen werden, scheinbar ist diese Anordnung nie umgesetzt worden. Der Galgen steht noch heute weit sichtbar im Odenwald.

Ein geschichtsträchtiger, wenn auch Blutgetränkter Ort.

Solltest Du in der Nähe sein, dann schau ihn Dir an, allzu oft hat man nicht die Gelegenheit solche Orte zu besuchen.

Es grüßt Dich

Björn 🙂

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Björn
Odenwald, Hessen

Hallo, ich bin Björn. Blogger, Entdecker, Fotografierer und Sammler aus Leidenschaft. In meinem Blog zeige ich Dir alte Fundstücke, entdecke mit Dir "meinen" Odenwald und zeige Dir Fotos von meinen Ausflügen in die heimische Fauna und Flora.

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