Die Minneburg

Unterwegs zu Burgen, Kirchen, Ruinen und Schlössern. Heute: Die Minneburg. Ruine einer Burganlage über dem Neckar. Alltagserinnerungen unterwegs.

Viele Burgen und historische Plätze hier im Odenwald habe ich bereits besucht, ich bin immer wieder sehr gespannt, was mich erwartet. 
So geht es mir auch mit der Minneburg. 

Ich war noch nie vorher dort und muss erst recherchieren, von wo ich meine Tour zur Ruine starten kann. Zum Glück habe ich bisher immer den richtigen Weg gefunden, diesmal auch. Mein Ziel liegt im Wald gegenüber von Neckargerach, beim Ortsteil Guttenbach.

Also Wanderschuhe geschnürt und schon kann das „Abenteuer Vergangenheit“ beginnen.

Auf dem Weg zur Minneburg.

Sofort geht es ansteigend auf einem schmalen Pfad den Berg hinauf.

Der Neckar ist schnell hinter mir und überall begegnen mir Pilze am Wegesrand. Erinnert mich stark an die nicht weit gelegene Burg Stolzeneck. Auch dort führte der Weg vom Neckar hinauf und es war ein schmaler Pfad mit vielen Pilzen. Gut, Letzteres liegt auch an der Jahreszeit.

Mich freut es umso mehr, so habe ich überall etwas zu „entdecken“.

Solltest Du meinen Artikel zur Burg Stolzeneck verpasst haben, Du findest ihn hier:

Nachfolgend habe ich Dir einige Bilder des Weges hinauf zur Minneburg mitgebracht.

Ankunft: Die Minneburg.

Puh, war wirklich ein schönes Stück Weg und steil zudem.

Aber jetzt ist es geschafft, der Weg wird flach und vor mir erstrecken sich die ersten Mauern der Minneburg. 

Ich bin am Ziel angekommen.

Vor mir liegen die mächtigen Mauern, welche im für mich nicht sichtbaren Teil einen Zwinger umgeben. Dieser wurde mit nach innen offenen Rondellen, welche wohl den fortschreitenden Waffentechniken Tribut zollten, sicher im 16. Jahrhundert ergänzt.

Links ragt der Rest des viereckigen Bergfrieds über mir auf, etwa gegenüber kann ich noch Pfeiler erkennen. Möglicherweise war hier einst eine Wasserleitung zugeführt worden. Die Wasserversorgung von Burgen war immer eine schwierige Angelegenheit.

Entlang der Mauern in Richtung Vorburg.

Während über mir die Rondelle aufragen, wandere ich weiter.

Der Blick öffnet sich mir auf den Palas der eigentlichen Kernburg. Dieser wurde scheinbar im Laufe der Jahrhunderte erhöht und umgestaltet wurde. Leere Fenstern in unterschiedlichen Ausführungen sind erkennbar.

Bergabwärts gehe ich in Richtung Vorburg, welche über eine hölzerne Brücke zugänglich ist. Das feuchte Wetter hat die Brücke rutschig gemacht, ich muss aufpassen, nicht wie ein Käfer auf dem Rücken zu liegen.

Weshalb steht hier eigentlich eine Burg und wer hat sie erbaut?

Historie der Minneburg.

Die Faktenlage zur Erbauung der Minneburg ist gering. Weitgehend liegen ihre Ursprünge im Dunkeln der Jahrhunderte verborgen.
Angenommen wird, dass sie die Gründung in Zusammenhang mit der Stauferpfalz Wimpfen steht. Möglicherweise standen ihre Erbauer in staufischen Diensten.

Damit dürfte die Minneburg bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhundert zurückgehen.

Erstmalig erwähnt wird die Minneburg im Jahr 1339. 

Mit seiner Heirat gelangte die Burg mit weiteren Besitztümern in die Hände von Eberhardt Rüdt von Collenberg. Die Burg blieb nur zehn Jahre in seiner Hand, dann verkaufte er diese an Ruprecht I. von der Pfalz.

Die Kurpfalz verpfändete die Burg im Laufe der Zeit in viele weitere adelige Hände.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gelangte sie als Erblehen in die Hände von Wilhelm von Habern, damals Heidelberger Vogt. Es folgten zahlreiche Umbauten und Erweiterungen. 

Nach dem Aussterben der Familie ging die Burg zurück an die Kurpfalz.

Den ersten Schritt zum Untergang brachte der Dreißigjährige Krieg.

Tillys Truppen belagerten die Minneburg und schossen sie sturmreif.

Davon erholte sich die Anlage nie mehr. Sie wurde zum Steinbruch freigegeben.

Im 19. Jahrhundert gab es erste Sicherungsmaßnahmen, dann versank die Anlage bis in die 1970er-Jahre in eine Art Märchenschlaf. Er seither wird die restliche Anlage gesichert.

Genug zur Geschichte der Minneburg.

Auch bei meinem Besuch sehe ich Erhaltungsmaßnahmen. 

Wie auch bei der Burg Stolzeneck sind mir nicht alle Teile zugänglich, dieses „Pech“ verfolgt mich in letzter Zeit häufiger. Gut habe ich auch einen Grund, wieder zu kommen.

Ich bin über die bereits erwähnte neuere Holzbrücke in die Reste der Vorburg gelangt. Hoch erheben sich die Reste des Palas in der Kernburg über mir. Dagegen ist von der eigentlichen Vorburg wenig erhalten, die Reste der Mauern nicht sehr hoch.

Direkt neben dem Tor gibt es eine Treppe hinab und dort befindet sich noch ein Gewölbe.

Von den Mauern der Vorburg kann ich meinen Blick über den Neckar schweifen lassen.

Soweit: Die Minneburg.

Damit endet mein Besuch zur Minneburg. 

Mein Weg führt nun auf einem breiteren Weg hinab zum Neckar – es gibt also auch noch einen bequemeren Weg hinauf zur Ruine. Wusste ich nicht, macht auch nichts, mir hat der schmale Pfad hinauf zur Ruine gut gefallen.

Leider konnte ich nicht in die Kernburg gelangen. Ich habe also einen Grund, wieder hierher zu kommen. Wird sicher noch eine Weile dauern.

Dennoch ist die Ruine der Minneburg beeindruckend, besonders der hoch aufragende Palas und der über mehrere Stockwerke reichende Erker.
Ich hoffe Dir hat mein Besuch gefallen, wenn ja, dann schreibe mir gerne in die Kommentare.

Nächstes Mal gibt es ein interessantes Fundstück aus der Zeit um 1900.

Bis dahin bleib gesund.

Björn

BeschreibungRuine, Burg
KoordinatenGoogle Maps
EintrittNein
ParkplatzJa
GastronomieNein
 KommentarSchöner Rundweg.
Die 3 Ourewäller
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2 Kommentare
    • Björn sagte:

      Hallo Traudi,

      vielen Dank – leider ist momentan das Wetter nicht so schön.
      Viele Burgen sind auch wegen Corona gesperrt. Aber eine Burg habe ich noch vorbereitet.
      Demnächst gibt es mehr dazu.

      Schönes Wochenende wünsche ich Dir
      Björn

      Antworten

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