Diana Organette

Alte Fundstücke: Diana Organette. Ich bin auf der Suche nach den vergessenen Leuchtfeuern eines untergegangen Alltags. Alltagserinnerungen.

Heute komme ich endlich dazu, Dir mein Fundstück zu zeigen, welches ich schon länger angekündigt hatte.

Mal kam dies dazwischen und dann jenes, Du kennst so was.

Aber neulich hatte ich endlich die Zeit, die Fotos zu machen und mich ein wenig mit dem heutigen Fundstück zu beschäftigen.

Gut so.

Darf ich vorstellen, Diana.

Die Diana Organette.
 

Schon auf den ersten Blick erkennst Du, es handelt sich um eine Art „vorsintflutlichen“ Plattenspieler. Aber eine Vinylplatte liegt da nicht drauf, die hier ist aus Zinkblech.

Es handelt sich um eine Organette.

Man könnte auch von einer mechanischen Drehorgel sprechen.

Vorgestellt wurde dieses Modell, welches auf den schönen Namen „Diana“ hört im Jahr 1901 auf der Herbstmesse scheinbar ab 1905 wurde es beworben.

Hersteller waren die Leipziger Musikwerke „Phönix“ Schmidt & Co.

Dieses Unternehmen war auf solche Apparate spezialisiert.

Woher ich den Namen kenne?

Er steht auf dem Gerät drauf und ist auch auf einem aufgeklebten Zettel mit Seriennummer unten auf dem Gehäuse zu finden.

Diana Kinderleierkasten.

Mein kleiner Schatz ist ein Gerät, welches speziell für Kinder verkauft wurde.
Die kleinen Platten haben einen Durchmesser von 16,3 cm.

Es besteht aus einem schwarzen Gehäuse mit poliertem Deckel. Die Töne erzeugen 14 Stahlzungen, welche die Löcher in der Zinkplatte abgreifen.

Ab 1909 wurde das Modell auch mit einem Trageband angeboten.

Das Gerät ist gerade einmal 2,3 kg schwer, bei den folgenden Abmessungen: 20,5x22x16 cm.

Oben finden sich goldene Muster an den Ecken, welche hier schon ein wenig abgegriffen sind. Im Stadtmuseum von Berlin ist ein solches gleichfalls im Bestand.

Ein schönes Fundstück, welches sich sicherlich nicht jeder Haushalt für seine Kinder leisten konnte.

Der Klang ist noch recht gut, wenn auch nicht vergleichbar mit einer normalen Schallplatte. Letztlich handelt es sich ja nur um Melodien wie bei einer Spieldose.

Auf dem Bild mit dem Bleistift kannst Du die Größe besser erkennen.

Ein schönes Stück, leider hat es über die Jahrzehnte etwas gelitten, die ungeliebten Gäste sind jedoch schon lange ausgezogen.

Kann passieren, ist ja auch über einhundert Jahre alt.

Ich hoffe, Dir hat mein Fundstück gefallen.
Bis zum nächsten Mal bleib gesund

Björn

 

Die 3 Ourewäller
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4 Kommentare
  1. Traudi sagte:

    … und ob mir das gefallen hat, lieber Björn. Das ist ja mal wieder etwas ganz Besonderes. Den Namen Organette habe ich noch nie gehört. Und schon habe ich wieder etwas Ausgefallenes kennengelernt. Schade, dass ich den Klang nicht hören kann.

    Liebe Grüße
    Traudi

    Antworten
    • Björn sagte:

      Hallo Traudi,

      es gibt sicher viele Namen – man könnte es auch „Leierkasten“ nennen.
      Schön ist die Möglichkeit die Melodien zu wechseln mit den Blatten.
      Der Klang ist für so ein altes Kindergerät in Ordnung. Muss mir für die Zukunft
      etwas ausdenken um dies erlebbar zu machen 🙂

      Schönen Grüß
      Björn

      Antworten
  2. Isabella sagte:

    Lieber Björn,
    ein wirklich schönes Fundstück – und sicher nicht für viele Menschen damals erschwinglich! Ichfinde es toll, was Du immer wieder für Schätzchen findest und vorstellst. Wobei ich gestehe, hier hötte mit ach eine Videoaufnahme mitTon gut gefallen – ich hätte die Diana gerne auch gehört.

    Liebe grüße,
    Isabella

    Antworten
    • Björn sagte:

      Hallo Isabella,

      oh ja, wirklich ein schönes Stück alter Alltag.
      Es klingt gar nicht so super mit heutigen Ohren *lach*
      aber ein Video wäre tatsächlich schön gewesen.

      Schöne Grüße
      Björn

      Antworten

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