Aussterbende Wörter Aschenmann

Von einem der auszog Wörter vor dem Aussterben zu retten. Was gar nicht so einfach ist in unserer Welt voller Anglizismen und Kunstwörtern.

Heute habe ich wieder ein altes Wort, mehr eine Berufsbezeichnung, dabei. 

Ich habe dieses Wort nie zuvor gehört, aber in früheren Zeiten war das Wort scheinbar recht geläufig. Wenn auch mehr in größeren Städten wie Berlin oder Wien.

Es beschreibt eine Art „Beruf“, ohne natürlich ein Lehrberuf gewesen zu sein. Also eher eine Tätigkeit von bestimmten Personen, welche damit ihren Lebensunterhalt verdienten. Zumindest aber ein bissel was dazu beigetragen haben.

Um welches Wort es sich handelt?

Du hast es natürlich im Namen des heutigen Beitrages gelesen. Es geht um den „Aschenmann“.

Was machte ein Aschenmann?

Ich hole etwas aus.

Früher wurde sehr viel mit fossilen Brennstoffen geheizt.

Ob Holz oder Braun- und Steinkohle, Asche fiel beim Brennvorgang immer an. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Während heute die Asche in die Tonne kommt (auf den Mülltonnen findet man ja immer noch den Hinweis „Keine heiße Asche einfüllen“), kam früher eventuell der Aschenmann.

Er kam mit seiner hölzernen Rückentrage und holte die Asche ab.

Ja was will der Mann mit der Asche?

Er trug sie zu den Seifensiedern oder Bleichen von Leinwand – den Leinwandbleichern – und erhielt dafür ein paar Groschen. Damit wurde aus Asche – neue Asche, wenn auch in anderer Form.

Reich wurden die Aschemänner sicher nicht, die moderne Form ist vielleicht das Flaschensammeln. Mit Asche ist heute sicher wenig Geld zu verdienen.

Mit dem Aschenmann ist auch das Wort aus unserem Sprachgebrauch verschwunden.

Vielleicht kommt er einmal wieder, wenn alle Kraftwerke ausgeschaltet sind und wir alle wieder mit Holz heizen müssen. Wollen wir es nicht hoffen.

Wobei, gegen ein wenig Asche hat niemand etwas einzuwenden, gelle.

Anscheinend gab es diese, sicher armen, Gesellen häufiger in den großen Städten.

Heute sieht man den Aschenmann nicht mehr und damit ist auch das Wort aus dem Sprachgebrauch verschwunden.

Vielleicht kommt er einmal wieder, wenn alle Kraftwerke ausgeschaltet sind und wir alle wieder mit Holz heizen müssen. Wollen wir es nicht hoffen.

Wobei, gegen ein wenig Asche hat niemand etwas einzuwenden, gelle.

Björn
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2 Kommentare
  1. Traudi sagte:

    Lieber Björn,
    vom „Aschenmann“ höre ich bzw. lese ich zum ersten Mal. Ein interessanter Beitrag! Ich selbst hatte früher einen Kachelofen, der mit Holz und Kohle beheizt wurde. Da wäre ich froh gewesen, so ein Aschenmann wäre bei mir vorbeigekommen und hätte die Asche geholt. 🙂
    Grüßle
    Traudi

    Antworten
    • Björn sagte:

      Hallo Traudi,

      ich kannte das Wort vorher auch nicht, finde es aber originell.
      Als Kind gab es bei uns einen Kachelofen, wenn spät die Wohnung kalt wurde – gab es recht viel Lärm.
      Es wurde geschürt – da hätte so ein Aschenmann sicher helfen können, ich gebe Dir recht 🙂

      Schöne Grüße und bleib gesund
      Björn

      Antworten

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