Aussterbende Wörter

Aussterbende Wörter: Habseligkeiten

By
on
Februar 15, 2020

Von einem der auszog Wörter vor dem Aussterben zu retten. Was gar nicht so einfach ist in unserer Welt voller Anglizismen und Kunstwörtern.

Heute habe ich ein schönes Wort dabei, es wurde nicht umsonst am 24. Oktober 2004 von dem Goethe-Institut und dem Deutschen Sprachrat in einem international ausgerufenen Wettbewerb zum schönsten deutschen Wort gekürt.

Welche Ehre, aber ich schätze, helfen wird es nicht. Auch dieses herrliche Wort steht auf der dunkelroten Liste der untergehenden deutschen Sprache.

Dabei beschreibt der Begriff eher eine unschöne Sache.

Handelt es sich doch um die verbliebenen Besitztümer einer relativ mittellosen Person. Habseligkeiten eben. Die wenigen, welche noch gerettet werden konnten oder das Wenige, was überhaupt da war.

So gesehen, keine schöne Sache.

Aber von seinem sprachlichen Klang und dem Wortlaut „Habseligkeiten“ gefällt mir das Wort sehr gut. Es klingt entfernt heimelig, auch wieder so ein Wort.

Der Deutsche Sprachrat ehrte das Wort „da der Ausdruck das weltliche Haben mit dem unerreichbaren Ziel des menschlichen Glückstrebens verbinde.“ Was freilich die richtige Wortbedeutung und Herkunft etwas hintanstellt.

Ich benutze das Wort hin und wieder, wenn ich meine Habseligkeiten packe oder Feierabend mache. Mir ist es dabei egal, was der eigentliche Ursprung des Wortes ist.

 

Habseligkeiten ist ein schönes Wort. Retten wir es.

 

In diesem Sinne
bleib offen für unsere Sprache und lang leben unsere Dialekte

Björn.

TAGS

Februar 22, 2020

RELATED POSTS
Der Blümchenkaffee

Dezember 27, 2019

Aussterbende Wörter: Mannequin

November 24, 2019

Die Videothek

Januar 27, 2019

Das Bratkartoffelverhältnis

Dezember 1, 2018

Der Akustikkoppler

Dezember 1, 2018

Die Nulpe

Dezember 1, 2018

Der Springinsfeld

Dezember 1, 2018

Die Xanthippe

Dezember 1, 2018

Der Schirmmacher

Dezember 1, 2018

2 Comments
  1. Antworten

    Traudi

    Februar 16, 2020

    Ich dachte auch gleich als ich das Wort las: „Schade, so ein schönes Wort.“ Ich weiß aber nicht – und wenn ich noch so krampfhaft überlege – wann ich dieses Wort das letzte Mal benutzt habe. Nun passe ich aber auf, dass es in meinem Wortschatz nicht untergeht.
    Hab einen schönen Rest-Sonntag.
    Liebe Grüße
    Traudi

    • Antworten

      Björn

      Februar 20, 2020

      Hallo Traudi,

      ich finde auch es ist ein nettes Wort, aber hören tut man es höchst selten.
      Vielleicht wohne ich auch nur in der falschen Gegend 😉

      Ich wünsche Dir eine schöne Woche – demnächst habe ich einen Burgbericht, den ich habe eine Burg wieder besucht.

      Schöne Grüße
      Björn

LEAVE A COMMENT

Björn
Odenwald, Hessen

Hallo, ich bin Björn. Blogger, Entdecker, Fotografierer und Sammler aus Leidenschaft. In meinem Blog zeige ich Dir alte Fundstücke, entdecke mit Dir "meinen" Odenwald und zeige Dir Fotos von meinen Ausflügen in die heimische Fauna und Flora.

Archive
Blog via E-Mail abonnieren

Beiträge via E-Mail abonnieren.

Bild