Unterwegs im Odenwald

Burg Wildenberg 2/2

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Mai 29, 2019

Burg Wildenberg.

Besuch der Burg Wildenberg. Die Gralsburg des Odenwalds. Imposante Ruinenreste im Wald. Informationen und viele Fotos. Teil 2

Ach, das hat gutgetan, so eine kleine Pause. Aber jetzt wird es Zeit die Ruine der Burg Wildenberg zu erkunden. 

Schon der mächtige Torturm mit seinem Apsiserker ist sehr beeindruckend. Nachdem ich mich auf dem Hinweisschild informiert habe, schreite ich hinein – ins Mittelalter.

Schon befinde ich mich in der Kernburg.

Wann wurde diese Burg erbaut?

Die Erbauung von Burg Wildenberg wird heute in die Zeit zwischen 1180 und 1200 datiert. Ganz klar ist die Datenlage hierzu nicht.

Als Erbauer gelten heute die Herren von Dürn.

Diese Familie war ein, den Staufern nahestehendes, Adelsgeschlecht. Ihren Stammsitz hatten sie in Walldürn. Vielleicht erinnerst Du dich in diesem Zusammenhang an meinen Besuch in Walldürn?

Sie erhielten wohl um das Jahr 1168 die Vogtei über das Kloster Amorbach von Kaiser Friedrich Barbarossa übertragen.

Zu dessen Schutz wurde an dieser Stelle sodann die Burg Wildenberg errichtet.

Ruine der Burg Wildenberg heute.

Burg Wildenberg, oder was die Jahrhunderte von ihr übrig gelassen haben, ist heute ein verwunschener Ort.

Ich fühle mich hier pausenlos an alte Ritterfilme erinnert, gibt es sowas heute noch? Also richtige Filme mit Männern in Kettenhemden und schönen My Ladies? So ganz ohne jegliche Monster und Zombies?

An dieser Stelle meine Petition zur Wiedereinführung des klassischen Ritterfilms im Kino oder TV.

Überall Reste von Mauerwerk, zahlreiche Steinmetzzeichen und schöne Details.

Im ehemaligen Palas kann man noch den gewaltigen Kamin erkennen, zudem Teile der Fenster im oberen Geschoss.

Burg Wildenberg scheint einstmals ein stattlicher Bau gewesen zu sein.

Die eigentliche Anlage bildet ein Rechteck von fast 90 Meter auf 32 und 40 Meter. Von der ehemaligen Ringmauer finden sich auch heute noch Reste jenseits der sieben Meter Höhe, dabei erreicht sie eine Dicke von zweieinhalb Metern.

Auch ein Bergfried ist aus den Trümmern auferstanden. Scheinbar war dieser Bereich von dem weiteren Burginneren abgetrennt. Auch hier kann man noch Kamine erahnen.

Besonders beeindruckend findet ich den ehemaligen Palas oder Saalbau – der dem Bergfried gegenüber liegt. 

Darunter befindet sich ein Gewölbe, mehrere Treppen führen mich in die Dunkelheit – dann schälen sich die bleichen Knochen eines Skeletts aus dem Dunkel meiner Handylampe.

Wenn hier nicht wirklich die Überreste von Ritter Kunibert vor sich hin modern, dann wird es wohl ein gelungener (schauriger) Scherz sein.

Der Weg zur Ruine.

Ich habe Dir ja bereits von den Herren von Dürn erzählt und das diese treue Vasallen der Stauferkaiser waren.

Als die Stauferzeit sich langsam ihrem Ende neigte, verblasste scheinbar auch der Stern der Dürner Herren. Um 1271 verkauften Sie die Burg und starben letztlich bis ins Jahr 1323 völlig aus.

Schicksal.

Burg Wildenberg kam in die Hand des Erzbistums Mainz und war in den Bauernkriegen ein wichtiger Stützpunkt in der Nähe von Amorbach.

Tja, die Bauernkriege. Sie waren auch der Grund des heutigen Zustands, 1525 brannte die Burg nieder.

Sie scheint nie wieder aufgebaut worden zu sein.

Anno 1802 gelangt sie in den Besitz der Fürsten von Leiningen, welche im nahen Amorbach residieren. Wie alle Anlagen, welchem dem Verfall anheimgefallen waren, hatte auch Burg Wildenberg unter der Wegnahme von Baumaterial zu leiden.

1821 holte sich Graf Franz zu Erbach-Erbach viele Objekte und errichtete damit unter anderem seine Eberhardsburg im Eulbacher Park.

Erst im letzten Jahrhundert wurde damit begonnen die Ruine zu sichern und teilweise wieder zu errichten. Was, wie meist, nicht immer so ganz genaugenommen wurde.

Mein Fazit.

Soweit mein Besuch auf Burg Wildenberg.

Die Zeit verfliegt auf einer so interessanten Anlage wie im Flug und es hat mir sehr viel Spaß bereitet durch die Gemäuer zu streifen.

Allerdings musste ich auch immer wieder aufpassen wo ich meine Füße hinsetze. Hier gibte s überall Stolperfallen und zahlreiche Bauwerksreste liegen in der Anlage verstreut.

Mir jedenfalls hat der Besuch gefallen und ich mache mich nun wieder auf den Heimweg und heute Nacht träume ich von Burgherren, Prinzen und hübschen Fräulein.

Bis zum nächsten Mal, bleib interessiert

Björn

PS: Hier findest Du den ersten Teil zum Artikel:

Und hier noch ein paar interessante Links zur Burg Wildenberg:

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1 Comment
  1. Antworten

    Calendula

    Mai 29, 2019

    Eine große Anlage! Schön sind die vielen Details, die am Mauerwerk erhalten geblieben sind!
    Sogar mit Schockmoment! Ein Skelett – welcher Witzbold hat das da deponiert? 🙂

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Björn
Odenwald, Hessen

Hallo, ich bin Björn. Blogger, Entdecker, Fotografierer und Sammler aus Leidenschaft. In meinem Blog zeige ich Dir alte Fundstücke, entdecke mit Dir "meinen" Odenwald und zeige Dir Fotos von meinen Ausflügen in die heimische Fauna und Flora.

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