Unterwegs im Odenwald

Groß-Umstadt

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Dezember 5, 2018

Heute geht es in meine Geburtsstadt. Schauen wir, was es für uns zu sehen gibt und was ich noch über Groß-Umstadt berichten kann. Kommst Du mit?

Es ist für so eine Stadt ja eine große Ehre einen solch genialen Geist wie den meinen hervorgebracht zu haben, findest Du nicht auch g aber vorweg, eine Statue oder einen entsprechenden Hinweis konnte ich nicht finden 😉

Zunächst, wo liegt denn dieses Groß-Umstadt überhaupt?

Wir befinden uns am Rand des Odenwald im südlichen Hessen. Höchste Erhebung der Stadt ist der Heidelberg mit 365 Metern, der aber nichts mit der gleichnamigen Stadt zu tun hat 😉

Insgesamt leben hier mehr als 20.000 Menschen, verteilt allerdings in verschiedene Orte.

Bereits in früher Zeit finden sich hier Spuren erster Besiedlung. Eine erste Erwähnung findet sich bereits um 450, die Römer siedelten ebenfalls in dieser Gegend und gründeten verschiedene Wirtschaftsgüter.

Den Römern folgen die Alemannen und auf diese die Franken, hier in Umstadt errichteten die Letztgenannten einen Königshof zur Verwaltung ihrer Siedlung.

Um 766 gelangt der Ort in den Besitz des Klosters Fulda.

Anno 1263 oder früher erlangte der Ort die Stadtrechte und es wurde eine Stadtmauer errichtet, hiervon ist nur noch wenig zu finden.

Im Mittelalter fielen Teile von Umstadt in verschiedene Hände. Dies äußert sich im Bau mehrerer Schlösser im Ort. Zum einen das Hanauer Schloss und dazu das Pfälzer Schloss.

Landgraf Wilhelm II. von Hessen eroberte 1504 die Stadt im Zuge der Landshuter Erbfolgekriege und besetzte die Stadt. Hiernach teilten sich Hessen und die Pfalz die Stadt auf, das Rathaus von 1596 stammt aus dieser Blütephase der Stadt.

Im Dreißigjährigen Krieg und durch die Pestjahre sinkt die Bedeutung der Stadt wieder. Marquis von Barbistere verwüstet die Stadt anno 1688 im Pfälzischen Erbfolgekrieg mit seinen Dragonern.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fällt die Stadt an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Zahlreiche Ämter ziehen in die Stadt, unter anderem ein Amtsgericht, später die Kreissparkasse und ein Kreiskrankenhaus – wo ich geboren wurde – übrigens an einem Ostermontag 😉

Ab 1857 wird “Groß-” Umstadt eingeführt, denn in der Nähe liegt auch Klein-Umstadt und Wenigumstadt – damit es keine Verwirrungen gibt also Groß-Umstadt.

So ist es bis heute geblieben.

Die ehemalige Synagoge von Groß-Umstadt ist heute im Hessenpark zu besichtigen – nur so am Rande, da kommen wir sicher auch noch hin.

Viele sehenswerte Gebäude haben sich in der Stadt erhalten.

Am Marktplatz findest Du das historische Renaissance-Rathaus aus der Zeit von 1596, aber auch die evangelische Stadtkirche aus der Zeit um 1465. Dazu natürlich zahlreiche Fachwerkbauten.

Schlösser habe ich ja bereits erwähnt, sieben gab es einst hier im Ort. Heute sind noch sechs davon geblieben.

Dazu gehören das Darmstädter Schloss, das Pfälzer Schloss und das Wambolt´sche Schloss. Reste des Curti-Schloss und das Rodensteiner Schloss.

Bekannt ist Groß-Umstadt auch für seinen Weinbau, der mindestens seit 775 nach Christus hier betrieben wird.

Der Ort gehört als “Odenwälder Weininsel” zum Weinbaugebiet Hessische Bergstraße.

Bis zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten war dies das kleinste Weinbaugebiet der Bundesrepublik.

Die hier hergestellten Weine seien “rassig und von hoher Qualität”, jährlich gibt es zahlreiche Auszeichnungen. Da ich selbst keinen Alkohol trinke, nehme ich es jetzt einfach so hin 😉

Mir hat der Rundgang sehr gefallen, auf Schritt und tritt begegnet Dir hier Historie und zahlreiche schöne Fachwerkbauten in verwinkelten Gassen.

Hoffentlich konnte ich ein wenig davon einfangen und Du hast ein wenig von der Atmosphäre in Dir aufgenommen.

Bis zum nächsten Rundgang.

Es grüßt Dich

Björn 🙂

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Björn
Odenwald, Hessen

Hallo, ich bin Björn. Blogger, Entdecker, Fotografierer und Sammler aus Leidenschaft. In meinem Blog zeige ich Dir alte Fundstücke, entdecke mit Dir "meinen" Odenwald und zeige Dir Fotos von meinen Ausflügen in die heimische Fauna und Flora.

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