Der Baby Käfig

Hast Du schon einmal von Baby-Käfigen gehört?

Im Laufe der Jahrhunderte gab es immer wieder Trends, welche aus heutiger Sicht nur ungläubiges Kopfschütteln hervorrufen.

So geht es mir mit den Baby Käfigen.

Bei uns in der Nähe gab es zur Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert) den Trend zur Sommerfrische. Die Menschen aus den Städten zog es damals in den Odenwald in die „Höhenluftkurorte“.

Frische Luft ist gesund, auch heute noch.

Genauso gesund es für die Erwachsenen war, so war es auch für den lieben Nachwuchs.

Schon der Kinderarzt Luther Emmett Halt empfahl 1894 für den Nachwuchs in seinem Buch „The care and feeding of children“ (erschienen bei D. Appleton and Company) das „airing“.

Freilich laufen heute noch stolze Eltern mit dem Kinderwagen durch die, mehr oder weniger, frische Luft. Aber es gab auch seltsamere Methoden die Kinder an die frische Luft zu bringen.

„Der Junge muss an die frische Luft“ würde es ein ehemaliger Showmaster namens Kerkeling vielleicht titulieren.

Dachten sich wohl auch die Eltern der Stadtkinder in den Käfigen an den Hauswänden. Ja, Du hast richtig gelesen.

Käfighaltung für Kinder war einst der neueste Schrei.

Hierzu kaufte man einen „Baby Käfig“, welchen man an das heimische Fenster befestigen konnte.

Klappe auf und schon konnte der Filius in die Freiluft-Käfighaltung verbracht werden.

Freilich, etwas schwindelfrei musste das Kind schon sein, so hoch über den Straßenschluchten auf dem Gitter liegend. Aber hey, was für ein Ausblick.

Ob die Kinder traumatisiert wurden? Ist mir jedenfalls nicht bekannt.

Was sich heute so kurios anhört war in den 1920 und 1930er Jahren äußerst beliebt. Stelle Dir so etwas heute vor?

Praktischer Nebeneffekt, war das Kleinkind aus der Käfighaltung entwachsen konnte das Haustier in diesen einziehen.

Soweit zu: Hast Du schon einmal von Baby-Käfigen gehört?

Wenn Du mir nicht glaubst, suche im Internet nach „Baby Käfig“ – viel Spaß dabei.

Bis demnächst

Björn

Hinweis: Die Illustration enstammt dem Buch „The health-care of the babys….“ findest Du hier: https://archive.org/details/healthcareof00fisc/page/6

2 Kommentare
  1. Isabella sagte:

    Hallo Björn,

    das was wirklich ein interessanter Beitrag – und er zeigt, wie viel sich in eigentlich wenigen Jahren doch ändert. Heute wäre so etwas unvorstellbar und bei der ersten Verwendung würde wohl das Jugendamt vor der Tür stehen.
    Ich freue mich immer wieder, wenn ich bei Dir über solche Dinge stolpere … und dadurch wieder etwas lerne.

    Liebe Grüße,
    Isabella

    Antworten
    • Björn sagte:

      Hallo Isabella,

      ich war auch völlig überrascht, aus heutiger Sicht völlig undenkbar.
      So haben sich die Zeiten, glücklicherweise, doch sehr verändert.

      Scheinbar geschadet hat es wohl keinem der Kinder.

      Schöne Grüße
      Björn 🙂

      Antworten

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