Bollwerk Lichtenberg.
Besuch am, im und auf dem Bollwerk in Lichtenberg. Alltagserinnerungen unterwegs.
Nach einer kleinen Sommerpause starte ich jetzt in die zweite Halbzeit des Jahres. Eigentlich hätte ich ein Fundstück präsentieren wollen, aber damit bin ich nicht fertig. Kommt noch. Dafür geht es heute wieder in Richtung Bollwerk.
Ich war ja bereits dort unterwegs und habe einen Artikel dazu gemacht. Am 24. September 2023, fast vor einem Jahr. Damals stand ich vor verschlossenem Tor und versprach wieder einen Versuch zu machen.
Falls Du den damaligen Artikel verpasst hast, hier findest Du ihn: https://alltagserinnerungen.de/das-bollwerk
Diesmal habe ich mir den Rundgang geschenkt und habe mich gleich direkt auf den Weg gemacht.
Zunächst habe ich ein Foto von dem Schlossberg gesehen gemacht.

Du siehst, mein Besuch war im Frühjahr und genau an dem Tag, als der Wüstensand in der Luft lag.
Wirst Du auf den Bildern teilweise sehen.
Aber genug der einführenden Worte, machen wir uns auf den Weg.



Das Bollwerk in Lichtenberg.
Ich laufe hinauf in den Ort Lichtenberg und komme vorbei an dem ehemaligen Hotel. Ursprünglich gab es zwei gegenüberliegende, heute keines mehr.
Aber das Gebäude welches Du in der Mitte siehst gibt es noch. Interessanterweise kann man schön erkennen wo das ursprüngliche Gebäude einmal vergrößert wurde.
Direkt gegenüber dem heutigen Schloss Lichtenberg liegt das Bollwerk auf einem kleinen Hügel.
Früher wurde diese Erhebung einmal “Gigelitz” genannt, wie man sie heute betitelt ist mir nicht bekannt.
Auf einer steilen Treppe geht es hinauf zum Bollwerk.
Im Volksmund gibt es Personen die es “Krautbütt” nennen, die Einheimischen sagen jedoch immer “Bollwerk”!
So, puh, angekommen und jetzt erst ein paar Fotos machen.


Die Tür ist offen.
Erst noch einen Blick hinüber zum Ensemble von Schloss Lichtenberg.
Das Bollwerk ist ein alter Geschützturm.
Er diente zum Schutz der bergseitigen Flanke der ehemaligen Festung Lichtenberg, da gab es den heutigen Schlossbau noch nicht.
Wann wurde er erbaut?
Durch erhaltene Abrechnungen ist erwiesen, dass der Turm im Jahr 1503 errichtet worden ist.
Ganz schön alt, aber für seine über fünfhundert Jahre sieht er noch gut aus.
Kein Wunder, wurde er in den letzten Jahren für viel Geld aufwändig restauriert.
Jetzt aber rein, schauen wir uns das Innere an.





Im Erdgeschoss geht es geradeaus in das Innere, rechter Hand ist eine Treppe im Mauerwerk.
Apropos Mauer, die Wandstärken betragen hier im Erdgeschoss nahezu sechs Meter Dicke. Wahnsinn.
Diese waren notwendig um den damaligen Waffenentwicklungen gerecht zu werden.
Du erinnerst dich? Es handelt sich um einen Geschützturm.
Zu seiner Zeit einer der mächtigsten in Deutschland.
Der Innenraum ist wie eine Kuppel überspannt und genau in der Mitte über mir ist ein Loch.
Es diente der Verbringung von Munition und auch den Geschützen hinauf.
Schießscharten gibt es auch, dazu noch einige Rauchauslässe.
Jetzt geht es einen Stock weiter hinauf.




Wieder ein Kuppelbau, fast eine Kopie des zuvor gesehenen.
Das Bollwerk ist ca. 15 Meter hoch bei einem Durchmesser von 19 Meter und einem Gesamtumfang von 60 Metern.
Über der Eingangstür gibt es eine gotisch verzierte Pechnase, diese diente dem Schutz der Tür. Dazu war das Gebäude mit der Stadtmauer mit einem starken Pallisadenzaun verbunden.
Jetzt im 1. OG finden wir mehrere Schießscharten bzw. Schießnieschen. Dazu gibt es eine abschließbare Kammer, sogar eine Toilette ist zu finden für die menschliche Notdurft.
Schauen wir auf den Bestand aus dem Jahr 1735:
Drei Große Kanonen von ungefähr 2 Metern Lauflänge, sowie vier Große Gewehre (auch Doppelhacken genannt). In den restlichen Teilen der Landesfestung Lichtenberg waren des Weiteren 5 Geschütze unterschiedlicher Größe, ein schnellfeuerndes Geschwindstück sowie eine sogenannte Feldschlange untergebracht. Außerdem fand sich in den Waffenkammern mehrere Musketen, Doppelhacken, ein Pechkranz mit Geschoss, ein eiserner “Katzenkopf”, mehrere Hundert Handgranaten, diverse Morgensterne sowie große Mengen an Kugeln und Pulver.
Nun aber rauf auf die Plattform.








Leider siehst Du hier die Auswirkungen des bereits erwähnten Wüstensand in der Luft.
Also keine schlechten Fotos, ich hätte den Himmel tauschen können, aber so ist es realistisch.
Der Ausblick ist schön.
Besonders der Blick auf die Schlossanlage.
Unter mir erkenne ich noch den Campingplatz mit Naturbad und auch das alte Schulhaus von Lichtenberg.
Aber für heute ist es genug, ich mache mich auf den Rückweg.
Hoffe es hat Dir gefallen und demnächst gehen wir rüber zum Schloss.
Bleib interessiert.
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