Die Butterfahrt

Heute geht es um ein Wort, welches ich irgendwie früher missverstanden habe. Ich dachte mir immer, da gehen Leute an Bord von Schiffen um Butter zu kaufen ^^ weshalb denn so was, so ein Aufwand kann doch gar nicht lohnen. Hm, mittlerweile bin ich natürlich etwas, aber nur etwas, älter und vieeel schlauer 😉
Ihr habt es ja schon gelesen, das Wort um welches es sich heute dreht ist „Butterfahrt“.

Da zogen zu früheren Zeiten ganze Kolonnen an Bord der „Butterschiffe“ welche von nahezu allen deutschen Seehäfen ablegten um sich billig mit allerlei Zollfreien Dingen einzudecken, vornehmlich freilich mit Tabak oder Geschnapsel aber auch Parfümereien und natürlich Butter – daher wohl auch der Name. Am Flughafen gab es etwas ähnliches, doch dafür musste man nicht auf große Butterfahrt gehen sondern konnte gemütlich mit dem Auto vorfahren.
Andere Leute hatten es da nicht ganz so bequem und mussten nach Österreich, um dort den Schnaps zu kaufen, welcher dann unter allerlei ungewaschenen Kleidungsstücken am Zoll vorbei geschleust werden musste. So mancher hatte da einen beschleunigten Herzschlag an der Grenze. Lief man früher durch so manches Städtchen in unserem südlichen Nachbarland, reihte sich gefühlt Schnapsladen an Schnapsladen – heute sind diese weitläufig verschwunden oder warten auf Kundschaft, die in früheren Strömen doch nicht mehr kommen mag.
Ach ja, zurück zum Thema.

Man überlege einmal es würde heute jemand sagen „Du Schatz, lass uns mit dem Schiff Butter kaufen gehen, die ist dort billiger!“ – ich glaube seltsame Blicke wären wohl noch das erfreulichste als Reaktion darauf. Hinzu kommen noch die „Butterberge“ der EU, welche ich immer noch suche aber bisher konnte ich sie nicht finden, dürfte auch sehr rutschig sein – die Kletterei auf derlei Bergen 😉
Ein erster schwarzer Tag für die Butterfahrten war der 7. Juli des Jahres 1981. Weshalb?

Man überlege einmal es würde heute jemand sagen „Du Schatz, lass uns mit dem Schiff Butter kaufen gehen, die ist dort billiger!“ – ich glaube seltsame Blicke wären wohl noch das erfreulichste als Reaktion darauf. Hinzu kommen noch die „Butterberge“ der EU, welche ich immer noch suche aber bisher konnte ich sie nicht finden, dürfte auch sehr rutschig sein – die Kletterei auf derlei Bergen 😉
Gleich vorbei war es jedoch mit diesen Fahrten nicht, die Mühlen malen nun einmal langsam. Aber die ganze Sache war doch erheblich erschwert.Die Sachlage erzwang ein Anlaufen eines ausländischen Hafens, bevor das Schiff mit dem ganzen Zollfreien gut wieder in die deutschen Häfen durfte.
Kuriose Szenen spielten sich daraufhin ab. Schiffe warfen in einem Hafen ein Tau an Land, es wurde kurz festgezurrt und schon nach wenigen Minuten wieder ausgelaufen. Findig, findig – aber auch dies nutzte schließlich nichts. Seit dem 1. Juli 1999 sind „Butterfahrten“ in der EU nicht mehr zulässig. Ein tragisches Ende.
Aber es gibt noch etwas Ähnliches, was mancherorts als „Butterfahrt“ bezeichnet wird. Die meist kostenlosen Ausflüge mit Bussen zu Einkaufsveranstaltungen, bei welchen früher einmal vornehmlich Heizdecken an den Mann, Pardon, die Frau gebracht werden sollten.
Heute funktioniert Derartiges auch gerne in Form von Gewinnen von Preisausschreiben an, welchen man niemals teilgenommen hat.Seltsam. Hier kann ich aus eigener Erfahrung berichten, meine Großmutter hatte einmal, angeblich, bei einem solchen Preisausschreiben teilgenommen und gewonnen – tragisch nur, meine liebe Großmutter war schon etwas länger gestorben und die Teilnahme dürfte sich deshalb etwas schwierig gestaltet haben.

Ich habe davon gehört, selbst in der Türkei werden heutzutage derartige Gewinner in irgendwelche Verkaufstempel für Teppiche und Schmuck gekarrt – hm – aber von einer klassischen Butterfahrt kann man dabei eigentlich nicht mehr sprechen.
In diesem Sinne, ein klassisches aussterbendes Wort..

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