Falke Strumpftasche

Alte Fundstücke: Die Falke Strumpftasche. Ich bin auf der Suche nach den vergessenen Leuchtfeuern eines untergegangen alltags. Alltagserinnerungen.

Ich bin immer noch im Sommer- und Erholungsmodus unterwegs. 

Deshalb brauche ich etwas länger für neue Artikel, aber keine Sorge, ich habe nicht aufgehört.
Aus diesem Grund vielen Dank für Deine Geduld.

Mein heutiges Fundstück steht vor mir, ich habe es geschenkt bekommen und wusste bisher nicht, dass es so etwas gegeben hat.
 
Sind mir ja die liebsten Fundstücke.
 
Auf den ersten Blick schaut es aus wie eine Handtasche für die Frau aus den 1950/60 er Jahren. Irgendwie kommt es auch hin. Aber es ist eine ganz spezielle Tasche.
 
In dieser konnte die junge Frau ihre Nylonstrümpfe aufbewahren.
 
Ja, so etwas hat es gegeben.
 
Waren doch die Nylons ein teurer Spaß.

Zurück geht alles auf eine Entwicklung von Wallace Hume Carothers, er entwickelte im Jahr 1935 die erste Nylonfaser auf Basis von Kohle, Luft und Wasser.

Schon ein paar Jahre später begann der Verkauf von Nylonstrümpfen.

In Deutschland sollte der Siegeszug noch ein wenig dauern, erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der Nylonstrumpf den Weg an die Beine der Damenwelt antreten.

Und in diese Zeit gehört auch mein mitgebrachtes Fundstück.

Denn das Geld war manchmal knapp und da wollte so ein Nylon gut aufbewahrt werden.
Hergestellt wurde die schöne Tasche von der Firma Falke, wie darauf zu lesen ist.

Die Firma Falke Strumpfwaren aus Schmallenberg im Sauerland gibt es heute noch, sie hat mehr als 3.000 MitarbeiterInnen und wurde bereits 1895 von dem ehemaligen Dachdecker Franz Falke-Rohen begründet.

Jener hatte in den Wintermonaten in einer Strickerei gearbeitet, denn Dächer wurden in den kalten Jahreszeiten selten gedeckt. Später machte er sich mit einer eigenen Gesellschaft selbstständig.

Wenn man die kleine Tasche öffnet, hat man mehrere Fächer für die empfindliche Ware – wer wollte schon eine Laufmasche riskieren.

Apropos Laufmasche?

Wusstest Du, dass es einst richtige Repassier – DienstleisterInnen gab. Dorthin konntest Du die Strümpfe mit den Laufmaschen bringen und in der Regel war eine Reparatur möglich. Hierzu gab es Repassiermaschinen. Ich habe so eine in meiner Sammlung, vielleicht zeige ich sie Dir einmal.
 
Aber nun soll es für heute genug sein.
 
Ich hoffe, mein Fundstück hat Erinnerungen geweckt oder neue Erkenntnisse verschafft.
 
Wenn dem so ist, dann freue ich mich.
 
Bis zum nächsten Mal bleib interessiert.
 
Björn
Björn
Letzte Artikel von Björn (Alle anzeigen)
0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.