Alte Fundstücke: Nordmende Clipper. Erinnerungen an Picknick – flotte Musik und untergegangene deutsche Markenhersteller.

Es ist Sommer im Odenwald und was gibt es schöneres als auf der heimischen Terrasse zu sitzen und die Seele baumeln zu lassen.

Musik gehört natürlich auch dazu, aber freilich schon lange nicht mehr aus solch schönen Transistorradios wie dem Nordmende Clipper.

Oft spielt überhaupt kein Radio mehr und das Smartphone entlässt die Musik in den heimischen Garten.

Es war nicht alles schlecht.

Ich gebe zu, auch ich höre Musik im praktischen Hosentaschenformat und ja, ich nutze auch schnurlose Ohrstöpsel dazu.

Doch irgendwie fehlt schon was, gelle.

Vor nicht langer Zeit dudelte samstags an jeder Ecke so ein Transistorradio. Ob beim Auto waschen im Unterhemd, dem Häusle bauen mit der Schubkarre oder auf der Decke beim Picknick im Grünen.

Das Radio war ein gern gesehener Gast dabei.

Es gab zahlreiche deutsche Markenhersteller.

Die Auswahl in der Unterhaltungselektronik aus der Heimat war noch groß und es klebten nicht nur bekannte Namen drauf, wo der Inhalt längst aus fernen Landen stammt.

Namen wie Siemens, Saba, Lorenz und Grundig hatten einen sehr guten Ruf und waren in jeder guten Stube zu finden.

Und eben Nordmende.

Die Firma Nordmende.

Sie geht zurück auf Otto Hermann Mende (1885 bis 1940) der 1925 in Dresden die Firma Radio H. Mende & Co. gründete.

Im Laufe der Jahre wuchs das Unternehmen zu einem der bedeutenden deutschen Hersteller heran. Tja, dann kam der Krieg und die deutsche Teilung.

Es folgten Auseinandersetzungen über die Verwendung des Namens Mende. In Deutschland West wurde daher der Name Nordmende neu eingeführt.

Gegründet hat dieses neue Werk ein Neffe von Otto Mende, Martin Mende, in Bremen.

Nordmende Clipper.

Mein heutiges Fundstück, welches noch einwandfrei spielt und mit Batterien betrieben wird, wurde ab 1959 hergestellt.

Das 1,7 kg leichte Gerät kostete 179 DM, was damals kein ganz günstiges Vergnügen war.

Von der Optik kommt kein heutiges Gerät mit, tut mir leid ;)

Die Firma Nordmende wurden 1977 an den Thomson-Brandt-Konzern verkauft. Die Werke sind längst geschlossen und nur der Name hat als Lizenz überlebt und ab und an findet man ihn noch auf einem Neugerät.

Schade.

Björn
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4 Kommentare
  1. Isabella sagte:

    Ein wunderschönes Erinnerungsstück – und wirklich optisch auch heute noch eine Schönheit. Ich gebe zu, auch hier wird gerne mal zum Smartphone gegriffen, wenn es musikalische Hintergrundgeräusche geben soll … aber so ein altes Radio ist schon etwas Besonderes.

    Liebe Grüße,
    Isabella

    Antworten
  2. Traudi sagte:

    Oh ja, der Clipper. Wie oft habe ich ihn verkauft?
    Ich war damals Verkäuferin in einem Radio-/Fernseh-Geschäft. Kann mich noch gut an diese Kofferradios erinnern. Ich selbst hatte einen Telefunken Bajazzo. Ein unkaputtbares Gerät.

    Liebe Grüße
    Traudi

    Antworten
  3. Björn sagte:

    Hallo Isabella,

    es ist wirklich ein Schmuckstück und funktioniert auch noch gut, leider benutze ich es nur wenig – mehr was für das Auge ;)

    Ich gebe zu, auch ich nutze mein Smartphone oder den Homepod ganz gerne für die richtige Beschallung *lach*

    Schönen Gruß
    Björn

    Antworten
  4. Björn sagte:

    Hallo Traudi,

    ist ja ein Zufall, ja früher waren die Geräte schöner wie heute – Musik hören war noch etwas besonderes, im Vergleich zu heute. Gibt ja meist nur noch digitale Musik, man hat quasi nix mehr in der Hand.

    Eigentlich schade. Aber ich habe ja noch meine Grammophone ;)

    Schöne Grüße
    Björn

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