Puderzuckerlöffel

Fundstücke aus vergangenen Tagen sind etwas Schönes. Gleich welcher Art und Funktion oder Form. Sie wecken Erinnerungen, nicht nur in mir. Alltagserinnerungen.

Was waren es für schöne Zeiten.

In meinen Kindertagen gab es wohl in nahezu jedem Haushalt ein gutes Geschirr für die Kaffeetafel. Da wurde das feine Porzellan herausgeholt, welches sonst im Schrank blieb. Viel zu kostbar für den täglichen Gebrauch. Was natürlich immer relativ gesehen werden muss.

“Kaffee trinken” wurde zelebriert. Die Tafel gedeckt, Kuchen stand bereit und vielleicht lag auch mein heutiges Fundstück auf dem Tisch.

Heute, in Zeiten der allgegenwärtigen Geschirrspüler, ist das dünne Porzellan meist aus den Küchen verbannt. Stattdessen dickere Tassen und manchmal sogar “Humpen”. Das typische Geräusch der Filterkaffeemaschinen ist auch immer weniger zu hören. Hightech-Kaffeemaschinen treten immer mehr an diese Stelle.

Für den Gegenwert so mancher häuslichen Kaffeemaschine der Gegenwart hättest Du früher die Kaffeemaschinen für die ganze Siedlung kaufen können. Wie sich die Zeiten doch ändern.

So ein Stück Marmorkuchen schmeckt mit etwas Puderzucker gleich viel besser.

Im südlichen Teil Deutschlands findest Du auch häufig die Bezeichnung “Staubzucker”. Dabei handelt es sich um fein gemahlenen weißen Zucker. Der ist schon seit 1555 bekannt, damals beschrieb Alexius Pedemontanus wie man solchen Puderzucker in Platten herstellen konnte.

Bei uns spricht man jedenfalls vom Puderzucker.

Und was hat es mit meinem Fundstück zu tun? Wie mein Titel es verrät, es handelt sich um einen Puderzuckerlöffel.

Damit konntest Du den Zucker am Tisch aufnehmen und nach belieben über deinen Kuchen streuen.

Woher stammt eigentlich der Zucker?

Mehr als dreiviertel der jährlichen Zuckerproduktion werden aus Zuckerrohr gewonnen, der größte Teil des Rests aus den Zuckerrüben. Auch bei uns gibt es viele Rübenfelder. In Deutschland wurden 2018 beispielsweise über 4 Millionen Tonnen Zucker hergestellt.

Über die Schädlichkeit von Zucker für den menschlichen Körper muss ich dir nichts sagen. Aber er schmeckt halt auch zu gut, gelle.

Wer mein heutiges Fundstück hergestellt hat? Ich habe keinen Hinweis gefunden.
Mir jedenfalls gefällt das Stück, sieht man heute eher selten. Gibt es aber auch heute noch in unterschiedlichen Formen zu kaufen.

Vorausgesetzt Du findest ein Haushaltswarengeschäft in deiner Umgebung, aber das steht auf einem anderen Blatt.

Bleib weiter interessiert, nächstes Mal gibt es wieder einen Ausflug.

Björn

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