Der Rechenkugelschreiber

Alte Fundstücke: Der Rechenkugelschreiber. Ich bin auf der Suche nach den vergessenen Leuchtfeuern eines untergegangen alltags. Alltagserinnerungen.

Diesmal hat es lange gedauert, aber nein, mein Blog ist noch am Leben . 

Ich glücklicherweise auch noch. Seit Tagen wollte ich einen Artikel schreiben, ich bin nicht dazu gekommen. Es gab einfach zu viel andere Dinge zu regeln. Mein kleiner Blog ist auch kein Unternehmen und ich bin kein Fulltime-Blogger. 

Umso glücklicher bin ich, dass es heute wieder geklappt hat.

Mitgebracht habe ich ein altes Fundstück welches ich früher als junger Björn in der Schule gebraucht hätte.

Voilà: Der Rechenkugelschreiber.

Der Rechenkugelschreiber.

In meiner Schulzeit war es noch nicht üblich, Hilfsmittel beim Rechnen benutzen zu dürfen. Taschenrechner gab es zwar bereits, aber die hatte kein Kind im Unterricht dabei.

Mein Vater hatte so einen Taschenrechner mit Stromanschluss. Die Buchstaben leuchteten rot, faszinierende Technik. Jedenfalls für mich als Kind.

Rechenschieber gab es, aber die habe ich in meiner Schulzeit nicht kennenlernen dürfen. Mittlerweile habe ich einige davon. Kaum zu glauben, was man früher damit für Berechnungen angestellt hat – so ganz ohne Computer wie heute.

Rechnende Smartphones gab es nur im Science-Fiction und wahrscheinlich noch nicht einmal dort.

 

So mein Lieblingsfach war das Rechnen eigentlich nie.

Erst spät habe ich in der Wirtschaftsfachschule eine 1 in Rechnungswesen auf dem Zeugnis stehen gehabt. Doch ich bin kein Zahlenfuchs. Bei Weitem nicht. Dennoch ist es faszinierend, welche Formeln heute berechnet werden können.

Wo kommt eigentlich das Wort „Rechnen“ her?

Es bezieht sich auf richten und zielt in die Richtung von „Richtig machen“ ab.
Wissenschaftliche Hintergründe kann ich Dir leider auch nicht liefern.

Bereits 1574 veröffentlichte Adam Riese, wer kennt seinen Namen nicht und den Ausspruch „…nach Adam Riese…“ sein Rechenbuch.

Darin stand zu lesen…

„Du mußt vor allen Dingen das Einmal eins wollte wissen und auswendig lernen wie hie.“

Nun, dabei kann das heutige Fundstück behilflich sein.

Mit jeder Drehung kannst Du mit dem Rechen-Kugelschreiber das „Einmal Eins“ abrufen.

Eine einfache Lösung, aber letztlich wäre jedwelcher Pendler (in) immer von solch einem Hilfsmittel abhängig. Also lieber doch auswendig lernen. Mir hat es jedenfalls geholfen. Dir sicher auch.

Auf meinem Fundstück gibt es eine festgedruckte Reihe von 1 bis 10 und darunter verschiedene Zahlen in kleinen Fenstern. Diese veränderst Du durch die Drehung. 

Gelesen wird es wie folgt:

4 mal zwei (ganz unten im Bild) ergibt die Zahl im Fenster unter der 4. Also 8, ganz einfach. Aber wissen wir bereits.

Wenn man aber noch nicht so fit in dem Einmal Eins ist oder eine kleine Rechenschwäche bzw. Merkschwäche hat, dann ist es doch ein wunderbares Hilfsmittel.

Also wieder ein schönes Fundstück.

Leider habe ich keinen Hinweis, von wann der rechnende Kugelschreiber stammt. Ich würde ihn aber in Richtung 1960 bis 1970 einordnen. Hersteller konnte ich auch nicht finden.

Macht doch immer wieder Spaß, ein altes Fundstück in der Hand zu haben.
Ich glaube, ich bleibe ein Spielkind.

Damit lasse ich Dich jetzt alleine, hoffentlich dauert es diesmal nicht so lange bis zu meinem nächsten Artikel.

Bis dahin bleib interessiert.

Ich grüße Dich

Björn

 

Björn
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6 Kommentare
  1. Traudi sagte:

    Das war interessant, lieber Björn. Ich glaube, ich habe schon mal so einen Kugelschreiben in der Hand gehabt.
    Da ich in Kopfrechnen nie so richtig gut war (Schulnote +/- 4), bleibe ich beim Knopf-Rechnen. 🙂
    Liebe Grüße
    Traudi

    Antworten
    • Björn sagte:

      Vielen Dank 🙂
      Kopfrechnen zählt bei mir auch nicht zu den Kernkompetenzen 😉
      Ein solcher Kugelschreiber ist da eine Hilfe, aber ich halte es wie Du –
      das Knopf-Rechnen ist eine gute Alternative 😀
      Schönes Wochenende
      Björn

      Antworten
  2. Isabella sagte:

    Hallo Björn,

    da hast Du aber ein schönes Erinnerungsstück ausgegraben 😉 Ich kann mich erinnern, dass mein Onkel so etwas hatte – aber wir Kinder mussten natürlich alles auswendig können. Wobei ich schon immer viel Spaß an Zahlen hatte – und damit zum Glück keine Probleme. Was ich nie richtig verstanden habe, war das Rechnen mit dem Rechenschieber – da war mir Kopfrechnen lieber.

    Liebe Grüße,
    Isabella

    Antworten
    • Björn sagte:

      Hallo Isabella,
      Danke schön 🙂 ich gebe mir Mühe immer wieder was zu finden.
      Rechenschieber habe ich hier auch ein paar, vielleicht eine Idee für ein kommendes Fundstück.
      Aber es geht mir dabei wie Dir, das Rechnen damit ist nicht so ganz meine Sache.
      Schönes Wochenende
      Björn

      Antworten
  3. Die Schwalbe sagte:

    Hallo Björn, deinRechenkugelschreiber Fundstück ist totale Spitze und hat mir Spaß gemacht, vielen lieben Dank dafür 🙂

    „Das macht nach Adam Riese … “ ist eine Redewendung die vielen Menschen bekannt und geläufig ist … auch mir!
    Adam Riese hieß aber in Wirklichkeit nicht Adam Riese, sondern Adam Ries.

    Überhaupt sind alle Beiträge totale Spitze und dafür ebenfalls ein großes Lob und Danke schön :-)!

    Viele liebe Grüße
    von der Gerda

    Antworten
    • Björn sagte:

      Hallo Gerda,

      Danke für die netten Worte 😉

      Wieder etwas gelernt, dass Herr Riese in Wirklichkeit Ries hieß war mir bisher entgangen 🙂
      Ich hoffe auch in Zukunft interessante Objekte finden zu können.

      Schönes Wochenende
      Björn

      Antworten

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