Wenn der Milchmann kommt

Wenn der Milchmann klingelt, Erinnerung an alte Zeiten.

Heute habe ich gelesen, man probiert in speziellen Testmärkten einen Bring- und Abholservice von speziellen Produkten wie Milch. Es kommt alles wieder.

Scheinbar ist der Strukturwandel im Einzelhandel noch nicht beendet.

In meiner Jugend tauchten die ersten Supermärkte in unserer Gegend auf, der schleichende Untergang der kleinen Nachbarschaftsläden um die Ecke.

Damit nicht genug, im nächsten Schritt erschienen riesige Shopping-Center auf der „grünen Wiese“ und machten den Kaufhäusern in der Innenstadt den Garaus.

Und jetzt?

Heute setzt allen der Handel über das Internet zu. Kannst Du schon an der Masse der Paketlieferdienste erkennen. Noch vor 20 Jahren fuhr der Postmann bei uns im Ort an und brachte Pakete – heute gibt es zahlreiche Lieferanten.

Und auch die Idee mit dem Lieferservice für Lebensmittel gibt es schon seit Jahrzehnten.

Was ich meine?

Die Milchlieferanten in den Städten – einer der bekanntesten Vertreter dieser Gattung war sicherlich die Meierei C. Bolle in Berlin.

Carl Bolle begann in der Zeit ab 1879 mit seinem Milchlieferdienst. Die Milch stammte oft von den eigenen Kühen.

Anfangs zogen die berühmten Milchmädchen – Du weißt schon, die mit der „Rechnung“ – durch die Straßen. Diese Mädchen nannte man auch „Bolle-Mädchen“. Später fuhren Pferdewagen herum.

Dieses Geschäft war gegen Ende des 19. Jahrhundert in Berlin recht erfolgreich. Mehr als 250 Wagen fuhren täglich durch die Stadt und tausende Mitarbeiter lieferten die Waren aus.

Und was ist jetzt mit der Milchmädchenrechnung?

Diese Redewendung geht zurück auf das Fingerrechnen der Bolle-Mädchen. Diese mussten die Ware ja gleich kassieren und da nahmen sie ihre zehn Finger zur Hilfe.

Ob es stimmt? Wer weiß.

Soweit zu:
Wenn der Milchmann klingelt, Erinnerung an alte Zeiten.

In diesem Sinn, bleib interessiert,
ich grüße Dich
Björn

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