Burg Eberbach

Alltagserinnerungen unterwegs zu Burgen, Ruinen und Schlössern. Heute: Burg Eberbach. Besuch der Burgruinen über Eberbach am Neckar.

Es ist nicht ganz einfach in letzter Zeit Burgen, Ruinen oder Schlösser zu besuchen. Die aktuelle Pandemie macht alles schwerer, sogar manche Ruinen sind gesperrt. Ich muss also meine Ziele mit bedacht wählen. Aber heute ist es endlich wieder soweit – ich mache mich auf zu den Resten einer Burg.

Ach was sage schreibe ich – es sind gleich mehrere Burgruinen, aber davon später mehr.

Um an mein Ziel zu gelangen mache ich mich auf an den Neckar, genauer in die Nähe von Eberbach.

Die Stadt Eberbach liegt etwa 30 Kilometer östlich von Heidelberg im Rhein-Neckar-Kreis. Die Baden-Württembergische Stadt hat über 14.000 Einwohner und liegt direkt am Neckar. Eine schöne Altstadt gibt es auch. Erfolgreichste Sportlerin der Stadt ist Katja Seizinger, mehrfache Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Weltcupgewinnerin als Skirennläuferin.

Man kann von Eberbach direkt auf den Burgberg gehen, aber ich entschließe mich vom Parkplatz Burg Eberbach zu starten.
Dieser ist etwas schwerer zu finden und viele Parkplätze stehen hier auch nicht zur Verfügung. Aber dort soll es für mich losgehen.

Auto abgestellt, Ausrüstung dabei, die Wanderschuhe sind geschnürt und schon geht das „Abenteuer“ los.

Erste Mauerreste.

Schon nach ein paar Minuten des Weges treffe ich auf die ersten Mauerreste. Kann das schon die Burg sein? Nein.

Schnell ist klar, hierbei kann es sich nur um die Reste alter Wildmauern oder ähnlicher Bauwerke aus vergangenen Tagen handeln. Da es keinerlei Hinweis gibt, bleibt die tatsächliche Vergangenheit im Dunkel der Zeiten verborgen.

Interessant ist es dennoch.

Ich lasse die Mauerreste hinter mir und der Weg geht nun stark steigend aufwärts dem Ziel entgegen.

Ein steiler Aufstieg.

Und wie es aufwärtsgeht, den Begriff Höhenburg hat sich der ausgesuchte Standort wahrlich verdient.

Die Reste der Burg oder Burgen in Eberbach liegen auf dem Bergsporn der Burghälde, ein Ausläufer des Katzenbuckel-Massivs. 160 Meter liegt der Gipfelbereich über dem Neckartal.

An feuchten Tagen dürfte der Weg ziemlich rutschig werden, aber zum Glück ist es heute trocken geblieben.

Nach einer Weile erkenne ich erste Ruinenreste vor mir.

Ich bin da.

Ankunft Burg Eberbach.

Erst einmal durchatmen. Vor mir liegen die Mauerreste und gleich wird klar, es geht hier nicht um die Burg Eberbach. Vielmehr handelt es sich um drei verschiedene Burgen, die hier auf diesem Bergsporn gestanden haben.

Wie diese drei Burgen einmal hießen ist nicht überliefert. Heute werden sie als Vorder-, Mittel- und Hinterburg tituliert.

Seltsam ist die Nähe dieser drei ehemaligen Anlagen zueinander. Niemand hätte hier eine Burg gegen den Willen seines Burgnachbarn errichten können. 

Die Vorderburg.

Liegt am südlichsten der Ruinenreste. In ihr ist mit Sicherheit die älteste der Burgen zu erkennen.  Bereits 1196 finden wir eine Erwähnung von Graf von Eberbach, möglicherweise ein Hinweis auf die erste Burg an dieser Stelle.

Sie ist nicht sehr groß gewesen, etwas über 30 Meter in Breite und Länge. Nicht viel mehr als ein Wohnturm mit Stallungen und umlaufenden Mauern. Die Mauerdicken sind auch noch nicht sonderlich stark ausgeprägt und erreichten wohl 1,50 Meter.

Die Mittelburg.

Befindet sich vielleicht 8 bis 10 Meter von der Vorderburg. Fast schon eine „Reihenhaussiedlung“ kommt mir in den Sinn. Kaum anzunehmen dass diese Burg ohne Duldung der Eigentümer der Vorderburg errichtet wurde.

Aber weshalb wurde sie überhaupt in direkter Nachbarschaft errichtet? Die wahren Gründe liegen im Verborgenen.
Die Ausrichtung ihres mächtigen Bergfriedes auf die Vorderburg macht jedoch deutlich, wo ein eventueller Gegner vermutet wurde. Hätte man sonst nicht den Turm auf die Bergseite ausrichten müssen?

Beachtenswert ist auch die Dicke der Mauern am Turm, fast die doppelte Dicke weisen diese im Gegensatz zu der Vorburg auf. 

Ich gehe weiter zur Hinterburg.

Die Hinterburg.

Sie liegt etwas weiter von den beiden anderen Burgen entfernt und wurde scheinbar durch einen Graben geschützt. 

Viel ist auch hiervon nicht mehr zu sehen, ursprünglich muss es auch hier einen Turm gegeben haben. Dieser dürfte in der Dicke seines Mauerwerks eher mit dem der Vorderburg, als dem der benachbarten Mittelburg vergleichbar gewesen sein.

Auch über die Bauherren dieser Burg ist nicht viel bekannt. 

Bereits im frühen 14. Jahrhundert wurden alle zum Abbruch freigegeben. Viele Steine wurden für die Errichtung von Wildmauern verwendet, vielleicht einige davon auch bei den Mauerresten die ich zu Beginn meines Ausflugs gesehen habe.

Ein interessanter Ausflug und wirklich sehenswert.

Ich muss allerdings erwähnen, die meisten Reste, die ich heute gesehen habe, sind sicherlich erst in jüngerer Zeit wieder aufgebaut worden. Aber so ist es meistens bei unseren Ruinen.

Wenn Du dich für Burgen interessierst, dann ist es ein schönes Ziel für dich.

Ich mache mich nach einer letzten Rast nun auf den Rückweg.

Bleib interessiert und gesund

Björn

BeschreibungBurgruinen
KoordinatenGoogle Maps
EintrittNein
ParkplatzJa
GastronomieJa, in Eberbach
 KommentarEs handelt sich um drei Burgruinen direkt nebeneinander.
Links zum ThemaBurg Eberbach (Wikipedia)
Stadt Eberbach (Offizielle Seite)
Björn
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2 Kommentare
    • Björn sagte:

      Hallo Traudi,

      Du sagst es, er hat sich wirklich gelohnt.
      Wusste vorher gar nicht, dass es in Eberbach eine Burg gibt und dann sogar drei Stück davon 🙂

      Liebe Grüße und einen schönen 1. Mai wünsche ich Dir
      Björn

      Antworten

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