Unterwegs in Eberbach in Baden.

Mein heutiger Ausflug führt mich an den Neckar, genauer in die Stadt Eberbach. Finde mit mir heraus ob und wenn ja, was es hier zu sehen gibt.

Wie komme ich jetzt auf Eberbach?

Eigentlich ein purer Zufall, mit dem Auto unterwegs am Neckar und einfach im Ort angehalten und auf Entdeckungstour gegangen. So einfach kann ein Wochenendausflug verlaufen.

Wo dieses Eberbach liegt?

Die Stadt liegt im nördlichen Baden-Württemberg, gut 30 Kilometer südlich von Heidelberg und ja, sie liegt am Neckar.

Eine Auflistung der verschiedenen Ortsteile erspare ich uns, kannst Du besser im Internet nachlesen, falls es Dich interessiert.

Gehen wir auf Entdeckungstour durch die Altstadt.

→ Aus der Historie.

Es gehört ja zu meinem Blog dazu, dass ich etwas über die Historie der Orte erzähle, welche ich besuche. Davon möchte ich auch heute keine Ausnahme machen.

Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wird ein Adelsgeschlecht als Herren von Eberbach erwähnt, es scheint damals auch eine Burg gegeben zu haben. Die Anlage gehörte scheinbar zum Bistum in Worms.

In den nächsten Jahrhunderten folgten etliche Besitzerwechsel, wie es bei solchen Burgen oft der Fall war. 1330 wurden sowohl die Burg als auch die Stadt Eberbach an die Pfalzgrafen bei Rhein verpfändet in deren Besitz sie bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verbleiben sollte.

Die erwähnte Burganlage ist heute nur noch eine Ruine, sie wurde bereits anno 1402 durch Hans von Hirschhorn zerstört.

Bisher habe ich die Ruine nicht besucht.

→Auf dem Weg zur Gegenwart.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelangte Eberbach in die Hände des Fürstentum Leiningen aus Amorbach, dort verblieb es allerdings nicht lange. Bereits 1806 gehörte die Stadt zu Baden und war bis 1924 auch Sitz eines Bezirksamtes.

Hinweis: In Eberbach eröffnete 1891 die „erste staatlich anerkannte, unter staatlicher Mitwirkung und und Aufsicht stehende Anstalt für Bienenzucht“ in Deuschland.

Ein Wimpernschlag der Zeit – in Anlehnung an meinen früheren Sepia-Blog, vielleicht kennst Du ihn noch.

Der Beginn des 20. Jahrhundert zeigte einen großen Fortschritt, die Neckarbrücke wurde errichtet. Nun konnte der Verkehr ungehindert über den Neckar fließen.

Apropos Neckar, 1935 wurde die letzte Staustufe vollendet und die Schifffahrt erlebte einen Aufschwung – Schleusen sieht man auch heute noch überall am Fluß.

Genug Historie der Stadt, zurück in die Gegenwart.

→ In der Altstadt unterwegs.

Habe ich Dir schon erzählt, dass ich Altstädte mag?

Ich bin also sehr gespannt darauf, was es hier zu sehen gibt.

Glücklicherweise ist die Altstadt als Fußgängerzone ausgelegt, zumindest ein größerer Teil davon – so kann ich also beruhigt meine Motive suchen.

Besonders interessant ist in den meisten Altstädten ja das Rathaus, sprich „das alte Rathaus“. So ist es auch hier. Errichtet wurde es 1823 am Marktplatz und zählt in seiner Form zum Klassizismus. Baumeister war Johann Thierry, ein Schüler von Friedrich Weinbrenner – bekannt durch den Weinbrenner-Stil.

Heute ist hier kein Rathaus mehr untergebracht, sondern ein Museum.

→ Hotel Karpfen.

Besonders ist mir das Hotel Karpfen aufgefallen, es steht ebenfalls auf dem Marktplatz und zeigt auf seiner Fassade Szenen aus der Stadtgeschichte. Ausgeführt wurden diese Szenen in der Sgraffito-Technik.

Hinweis: Die Sgraffito-Technik ist eine Dekorationstechnik zur Bearbeitung von Wandflächen. Hierbei werden nach der Auflage verschiedener Putzschichten Teile der oberen Putzschicht angekratzt, wodurch Teile der darunter liegenden Schicht freigelegt werden, durch den entstehenden Farbkontrast entsteht so ein Bild.

Am Gasthaus Krabbenstein findest Du ebenfalls solche Arbeiten.

→ Thalheimsche Haus.

Das älteste Steingebäude im Ort, welches noch erhalten ist, ist heute das Thalheimsche Haus, es liegt direkt beim Pulverturm. Früher war es Sitz der kurpfälzischen Kellerei, später Jagdschloss und heute dient es als Informationszentrum des Naturpark Neckartal-Odenwald.

An der ehemaligen Stadtbefestigung befinden sich auch heute noch vier Türme – der Pulverturm, der Blaue Hut, der Rosenturm und wie der vierte heißt, kann ich Dir leider nicht sagen.

Tipp: Im genannten Blauen Hut, toller Name, der von dem bläulich schimmernden Schieferdach herrührt, gibt es ein kleines Zinnfiguren-Museum. Ich habe es besucht und kann es Dir empfehlen – war sehr schön gemacht.

→ Kirchen.

Kirchen schaue ich mir immer gerne an, wenn ich in einer solchen Stadt unterwegs bin. Die Michaelskirche wurde 1836 errichtet, vorher gab es seit dem 15. Jahrhundert an gleicher Stelle eine Marienkapelle.

Es gibt auch eine katholische Kirche im Ort. Die Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk wurde in der Zeit von 1884 bis 1887 unter Ludwig Maier errichtet. Das Bauwerk erinnert an die italienische Renaissance.

Fachwerkhäuser begegnen mir in großer Zahl, die Fotos mögen Dir einen Einblick geben. Wirklich ein netter Ort und es macht Freude hier zu schlendern.

Auch wirtschaftlich gibt es zwei Besonderheiten im Ort.

Die Gelita AG ist der größte Gelatine Hersteller der Welt und die Oskar Dilo Maschinenfabrik der Weltmarktführer bei der Herstellung von Vliessetoffmaschinen.

Nur so nebenbei.

Aus dieser Gegend stammte auch die frühere Skirennläuferin Katja Seizinger, welche als mehrfache Olympiasiegerin und Weltmeisterin zu den besten ihres Fachs gehörte.

→ Mein Fazit

Nette kleine Stadt, dazu der Neckar – so etwas gefällt ja immer. Gerade an schönen und warmen Tagen einen Ausflug wert – sofern Du Altstädte magst.

Mir hat es gefallen, Dir auch?

Es grüßt Dich

Björn :)

Björn
Letzte Artikel von Björn (Alle anzeigen)
0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.