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November 2, 2019

Höhenburg mit barocker Festungsanlage bei Kronach in Oberfranken. Eine der am besten erhaltenen Festungen in Bayern, mit Ursprüngen bis ins 13. Jahrhundert.

Wieder lade ich Dich ein mich auf einem Ausflug in die Vergangenheit zu begleiten. Den Ort, welchen wir heute besuchen, habe ich vor einigen Jahren besucht. Damals war ich mehrere Jahre hintereinander in Oberfranken um die alte Heimat meiner Vorfahren kennen zu lernen.

Bei einem dieser Besuche führte mich mein Weg nach Kronach und dort zur Festung Rosenberg. Ganz ehrlich, ich hatte davor nie von dieser Anlage gehört. Man erzählte aber, sie sei sehr sehenswert.

Also habe ich mich auf den Weg gemacht.

Die Festung Rosenberg.

Die Festung liegt direkt über Kronach und Parkplätze gab es ausreichend, von dort waren es nur wenige Meter und ich stand vor den mächtigen Toren der Festung Rosenberg.

Auf 378 Meter Höhe steht sie über dem Ort, eine sicherlich zu früheren Zeiten strategisch perfekte Lage zur Verteidigung.

Es gibt sehr hohe Mauern, teilweise bis 25 Meter, nicht nur diese verleihen der Festung eine gewaltige Erscheinung.

„Ich war sehr von der Größe der Anlage beeindruckt. Hier im Odenwald ist ja die größte Festung die Burg Breuberg. Aber selbst die ist bei weitem nicht mit dem Rosenberg vergleichbar.“

Kernburg und Mittlerer Ring.

Um die Kernburg erstreckt sich ein Ring mit drei Verteidigungsringen und vielen Türmen. Die Flügel der Anlage sollen die toten Winkel der Mauern abdecken, somit sollte der Zugang erschwert werden.

Die Kernburg selbst geht zurück bis in das 14. Jahrhundert, die meisten heute vorhandenen Bollwerke wurden jedoch erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts errichtet.

„Wir machten eine geführte Tour durch die Anlage, dabei ging es auch in die unterirdisch angelegten Gänge. Im Dunkeln liefen wir durch enge Gänge.“

Außerhalb der Kernburg verläuft der „Mittlere Ring“. Dort waren einst die Versorgungseinrichtungen der Burg untergebracht wie das Zeughaus oder die Magazine.

Dieser Teil der Festung wurde Ende des 15. Jahrhunderts errichtet, manche Mauern erreichen hier Stärken von bis zu 14 Metern.

Äußerer Ring.

Der Äußere Ring wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet und besteht aus einem Fünfeck mit mächtigen Bastionen, verbunden von Kurtinen (ein gerader Wall zwischen zwei Bastionen).

Es war die Zeit der Kanonen, die hier jeden Winkel perfekt bestreichen konnten. Kriegerische Zeiten.

Zwischen dem Mittleren und Äußeren Ring gab es nur zwei Verbindungen in Form von Brücken. Hierbei erreicht die Große Wallbrücke eine Höhe von 12 Metern. (Ich habe sie im Bild abgelichtet.)

Geschichte der Festung Rosenberg.

Kronach gehörte zwischen dem Jahr 1122 bis zum angehenden 19. Jahrhundert zum Hochstift Bamberg. Mit der Festung verdeutlichten die damaligen Fürstbischöfe von Bamberg ihre Macht.

„Ich hatte schon einmal erwähnt, dass mein Ahnherr Johannes „Praetor zu Reichenberg ex Bambergensis“ war. Er lebte also in der weiteren Umgebung und war auch in diesem Fürstbistum sesshaft.“

Ursrpünglich gab es hier eine „normale“ Höhenburg, im Laufe der Jahrhunderte wurde von dieser ausgehend die heutige Festung errichtet und immer wieder an die neuen Gegebenheiten der Verteidigungstechnik angepasst.

Da die Festung niemals gewaltsam eingenommen werden konnte, scheint sich der Aufwand gelohnt zu haben.

Ich habe hier längst nicht alle Details der Anlage beschrieben, insgesamt 8,5 Hektar sind mit der Festung überbaut. Inklusive einiger Erdwerke im Vorfeld sogar fast 24 Hektar.

Man nimmt an, dass Otto I. von Bamberg die Festung begründet hat.

Otto I. hat Kronach und die umliegenden Gebiete als Geschenk vom Kaiser Heinrich V. erhalten. Wie erwähnt begann er bald darauf mit der Errichtung einer ersten Burganlage. Diese ist heute vollständig in der jetztigen Festung untergegangen.

Während der Bauernkriege, welche viele Burgen zum Verhängnis wurden, war die Burg kurzzeitig von aufständigen Bauern besetzt. Allerdings war sie kampflos übergeben worden und blieb schadlos.

Später kam im Zweiten Markgrafenkrieg Albrecht II. Alcibiades Markgraf von Brandenburg-Kulmbach vor die Tore und forderte die Herausgabe – das Unternehmen misslang.

Kam er auch hier nicht zum Erfolg, so konnte er später die Stadt Bamberg einnehmen. Als Lehre daraus wurden die Anlagen der Festung verstärkt und verbessert.

Dies sollte sich im Dreißigjährigen Krieg als richtig herausstellen. Zwischen 1632 und 1634 wurde die Festung mehrfach von den Schweden belagert.

Auch nach Abwendung dieser Gefahr wurden die Anlagen wieder verstärkt und an die (damals) modernen Gegebenheiten angepasst.

Im Siebenjährigen Krieg um 1759 belagerten die Preußen die Stadt und die Festung. Wieder konnte sich die Festung Rosenberg bewähren.

Mit der Säkularisation kommt die Festung Rosenberg im Jahr 1803 zu Bayern.

Die Kriegsführung änderte sich und bewegte sich weg vom Festungsbau und dies wirkte sich auch auf die Festung aus, sie wurde nicht mehr für die bisherigen Zwecke benötigt.

Auch Napoleon war hier.

Bei Beginn des Feldzuges gegen Preußen, nutzte das französische Herr des Kaisers Bonaparte den Rosenberg als Basis. Gleichzeitig sollte sie als Rückzugspunkt dienen.

Ab 1867 wurde die Festung als solche aufgehoben und zum Gefängnis umgewandelt. Im Drei-Kaiser-Jahr 1888 erwarb die Stadt Kronach für 32.000 Mark die gesamte Anlage und bewahrte diese vor dem Abbruch.

Später, in der Zeit des Ersten Weltkrieges, war sie nochmals für Kriegsgefangene hergerichtet. Damals war unter anderem Charles de Gaulle hier inhaftiert.

Im nächsten Krieg waren dort Zwangsarbeiter der Porzellanfabriken untergebracht, es sollten gegen Ende sogar Teile eines Düsenjägers produziert werden, dies ist jedoch niemals geschehen.

Die Festung Rosenberg heute.

Heute steht die Festung Rosenberg unter Denkmalschutz, sie gehört noch immer der Stadt und kostet dieses mehr als eine Million Euro Unterhalt im Jahr.

In der Burg befindet sich mit der sehenswerten Fränkischen Galerie eine Zweigstelle des Bayerischen Nationalmuseums.

„Diese habe ich auch besucht und war sehr beeindruckt, gerade von den Arbeiten des Tilman Riemenschneider“.

Mein Besuch auf dem Rosenberg war sehr interessant und ich habe diese Anlage sehr sehenswert empfunden. Besonders beeindruckend fand ich die gewaltigen Ausmaße dieser Festung.

Wenn Du mehr erfahren möchtest, dann habe ich noch ein paar Links für Dich.

In meinem nächsten Artikel zeige ich Dir wieder ein Schloss und danach ein schönes Fundstück.

Ich freue mich darauf, bis dahin, bleib interessiert

Björn

Hier noch ein paar interessante Seiten zum Thema:

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Björn
Odenwald, Hessen

Hallo, ich bin Björn. Blogger, Entdecker, Fotografierer und Sammler aus Leidenschaft. In meinem Blog zeige ich Dir alte Fundstücke, entdecke mit Dir "meinen" Odenwald und zeige Dir Fotos von meinen Ausflügen in die heimische Fauna und Flora.

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