Fundstück: Karscho Strumpf- und Wäschestopf-Apparat

Alte Fundstücke auf alltagserinnerungen.de Endlich wieder ein Fundstück, heute habe ich einen Karscho Strumpf- und Wäschestopf-Apparat mit im Gepäck. Schauen wir ihn uns näher an.

Mit leichtem Entsetzen habe ich festgestellt, dass mein letztes Fundstück schon ein paar Wochen zurückliegt. Geht ja gar nicht.

Ich habe „zufällig“ neulich wieder ein interessantes Objekt in die Hand bekommen. Leider habe ich erst später festgestellt, dass ein kleines Stück davon nicht in der originalen Verpackung enthalten ist. Also muss ich etwas improvisieren.

Jetzt aber zum heutigen Fundstück.

Auf der kleinen Verpackung, 8 auf 10 cm, steht in großen roten Lettern

„KARSCHO“

Strumpf- und Wäschestopf-Apparat

Für Nähmaschinen aller Systeme

Die Stopfspirale allein, ersetzt jeden Stopfapparat.

Eine selbstbewusste Ansage.

Schauen wir uns den Inhalt der kleinen Verpackung etwas genauer an.

Wir finden einen Metallring, einen Spiralring und eine Spange.
Dazu noch einen kleinen Anleitungszettel.

Was fehlt, ist eine kleine Spirale, welche über die Nähmaschinennadel geschoben werden muss.
Gut, denken wir uns dazu. Kann ich jetzt nicht ändern.

Was kann ich jetzt mit diesem Fundstück tun?

Hierzu möchte ich die „Gebrauchs-Anweisung“ zitieren.

Das Stopfen von Wäsche.

Man entferne den Nähfuß, fädele die Maschine erst ein und schiebe die Spirale über die Nadel und lege den Haken hinten um die Nadelklemme.

Der zu stopfende Gegenstand wird in den Rahmen eingespannt, der Ring mit der Arbeit unter die Nadel geschoben, nachdem der Presserfuß entfernt worden ist.

Beim Stopfen ist es notwendig, rasch zu treten un den kleinsten Stich zu stellen, sowie die Arbeit langsam zu schieben, damit die Stiche ganz klein werden.

Zum Stopfen verwende man Maschinen-Stopfgarn Nr. 50-100.

Das Stopfen von Strümpfen.

Man wendet den Strumpf nach links, führt den Ring in den Strumpf ein, und zwar so, daß die defekte Stelle in die Mitte des Rings kommt. Alsdann spannt man den Gummi (eigentlich eine Spirale) außen über den Ring, wendet den Strumpf und rollt ihn nach oben. Sodann wird die Spange innen eingeführt und es kann nunmehr mit dem Stopfen begonnen werden.

Klingt für mich als Laie kompliziert, ist trotzdem wohl ganz einfach gewesen.

An der Beschreibung kannst Du erkennen, dieses Fundstück ist für Nähmaschinen mit Hand- oder Pedalantrieb gedacht. Es ist also schon ein wenig älter.

Auf der Verpackung findet sich auch der Hinweis „D.R.G.M.“ – damit liegen wir in einer Zeit vor der heutigen Bundesrepublik Deutschland.

Ein spannendes Fundstück, mir gefallen schon die Namen dieser alten Gebrauchsobjekte. In unserem Fall „KARSCHO“, was auch immer dies bedeutet.

Auf der Verpackung ist noch ein Stempel:

Ludwig Tiemann, E. Sommer Nachf.

Osnabrück, Krahnstr. 22

Ob es sich um einen Hersteller oder einen Händler handelt, ich konnte es nicht ermitteln.
Tippe auf ein Geschäft.

Wenn Du weitere Informationen zu diesem Fundstück hast, schreibe mir doch einfach.
Ich freue mich über jede Ergänzung.

Bin schon sehr gespannt, was als nächstes aus der Vergessenheit ans Tageslicht kommt,
Du auch?

Bis zum nächsten Mal,
bleib interessiert,
ich grüße Dich

Björn

4 Kommentare
  1. Elisabeth sagte:

    Hallo, das ist ja ein interessanter Apparat! Die Firma Tiemann gibt es auch heute noch, ich bringe meine Nähmaschine hin zum reparieren. Sie heißt heute Karl Tiemann und ist in Osnabrück in der Johannisstrasse 200. Die Tochter arbeitet dort auch in der Werkstatt. Schöne Grüße Elisabeth

    Antworten
  2. Isabella sagte:

    Hallo Bjönr,

    ich mag Deine Fundstücke – zum einen ist es erstaunlich, was Du so alles zeigen kannst und wie es heißt … zum anderen finde ich es toll, so auch immer mal wieder zum nachdenken über „alte Zeiten“ angeregt zu werden. Heute ist das Stopfen von Strümpfen ja fast schon ausgestorben und selbst in meinem Freundeskreis können die Wenigstens noch mit einer Nähmaschine umgehen.

    Ich freue mich schon auf das nächste Fundstück.

    Liebe Grüße,
    Isabella

    Antworten
    • Björn Schröbel sagte:

      Hallo Isabella,

      mir sind die Fundstücke immer mit am liebsten 🙂
      Ich bin immer auf der Suche nach weiteren alten Stücken.

      Heute wird mehr weggeworfen, aber ich glaube ein kleiner Lichtblick ist am Horizont.
      Ich denke an die Reparaturkaffees, die jetzt überall entstehen 🙂

      Schöne Grüße
      Björn

      Antworten

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