Rund um die Altscheuer

Fischbachtal, Odenwald. Wanderung rund um die Altscheuer. Alte Plätze, viele Felsen und urtümliche Wälder.

Die ganz heißen Temperaturen sind erst einmal vorbei. Auch gut. Bei der extremen Sommerhitze konnte man kaum in den Wald.

Jetzt wird es wieder passender für kleine Wanderungen – also nichts wie raus in die Natur.

Eine Wanderung rund um die Altscheuer wollte ich wieder einmal machen – ich liebe diese alten Wälder. 

Rund um die Altscheuer

Startpunkt der Wanderung ist in Lichtenberg auf dem Parkplatz Riedbusch. Einen Teil der Wanderung habe ich in meinem Artikel über die Wanderung auf dem „Schlangenweg“ bereits gezeigt. Wenn Du ihn verpasst hast, klicke hier.

Mein Weg heute hat den gleichen Startpunkt, aber ich begebe mich direkt in den Wald hinein. Bei der Sonne auch gut so.

Nach einer Weile treffe ich auf eine Sichtachse in Richtung Rodau. Dieser kleine Ort gehört zu Groß-Bieberau und hat die gleiche Vorwahl wie mein Heimatdorf.

Immer öfter begegnen mir freie Flächen, große Waldflächen werden in letzter Zeit gefällt. Ob dies nur an der Trockenheit liegt, ich kann es Dir nicht sagen.

Aber es fällt mir auf, es wird Jahrzehnte dauern, bis der Wald wieder dort gewachsen ist. Leider.


Was ist die Altscheuer?

Eigentlich nennt man so diesen Berg bei Lichtenberg. Er beherbergt auf seiner Höhe die Reste einer alten Ringwallanlage. Diese hat eine Fläche von 110 auf 170 Meter und es finden sich nur noch Wall- und Grabenreste von ihr.

Mein Weg führt mich auf bequemen Pfaden durch den Wald und überall begegnen mir Felsen und zuweilen auch Pilze.


Begegnung der unheimlichen Art.

Während ich diese schönen Pilze fotografiere, höre ich ein Rascheln unter mir.

Zunächst denke ich noch eine Maus verkrümelt sich, aber das Rascheln hört nicht auf. Also schaue ich genauer nach.

Mir bietet sich eine grausam erscheinende Laune der Natur. Ein Stück Schwanz ringelt sich wild um sich selbst – von einem Tier weit und breit keine Spur.


Scheinbar bin ich bei meinem Tritt auf das Laub einer Blindschleiche zu Nahe gekommen. Diese Tiere, welche zu den Echsenarten zählen, besitzen die Besonderheit bei Gefahr ein Stück ihres Schwanzes abtrennen zu können.

Damit die Schleiche sich schleichen kann, ringelt der Schwanz munter weiter und während ich auf den Schwanz achte – verzieht sich die Blindschleiche unbemerkt.

Ein beeindruckendes Schauspiel.

Freilich wollte ich nicht, das nun dieses Tierchen ohne Heck flanieren muss, aber so ist die Natur.



An der Kernbach.

Weiter führt der Weg hinauf in Richtung Kernbach.

Es ist ein abwechslungsreicher Wanderweg, überall schöne Wälder und bisher angenehme Wege.

Dann komme ich an ein paar kleine Häuser mitten im Wald, die Kernbacher Hütten. Hier befanden sich einst eine Waldarbeitersiedlung. Auch ausgelassene Köhlerplatten kann man im Wald erahnen.

In der Nachkriegszeit gab es eine gern besuchte Waldgaststätte, heute sind die Häuser bewohnt.

Von hier wird es noch steiler und der Weg zum Pfad.




Auf der Altscheuer.

Nach einem letzten Steilstück erreiche ich durch einen Walldurchgang die höchste Stelle meiner Wanderung.

Willkommen auf der Altscheuer.

Jetzt stehe ich auch mitten im Bodendenkmal der „Heuneburg“ – von dieser Wallanlage habe ich Dir ja bereits berichtet.

Viel zu sehen ist freilich nicht mehr – die Jahrhunderte haben fast alle Spuren verschwinden lassen. Und über den eigentlichen Nutzen dieser Anlage war man sich auch sehr lange uneinig.

Heute geht man von einem Sitz eines Kleinkönigs in der Zeit der alemanischen Okkupation aus. Diese Zeitspanne liegt im 3. oder 4. Jahrhundert nach Christus.



Mein Weg führt mich nach kurzer Rast durch die Anlage und auf der anderen Seite hinab.

Ich nehme heute eine alternative Route und es geht steil hinab. Überall liegen Felsen am Wegrand.

Teils beachtliche Ströme an Granitgesteinen liegen im Wald verteilt. Das Granitfelsen-Felsenmeer Steingeröll ist ein flächenhaftes geologisches Naturdenkmal.

Ganze 18 Hektar Fläche nimmt es ein, das Denkmal wurde bereits vor 1932 als solches geführt. Es besteht aus zwei Granit-Blockströmen, die sich auf 400 Meter Länge und 100 Meter Breite den Hang hinabziehen.

An einem besonders großen stehenden Felsblock erprobt sich eine Gruppe Boulderer.




Bouldern?

Ich gebe zu, noch vor einigen Jahren habe ich davon nicht wirklich gehört. Aber in letzter Zeit sieht man immer mehr junge Menschen an den Felsen im Odenwald klettern.

Das Wort leitet sich dabei vom englischen Wort für Felsblock „Boulder“ ab.

Immer wieder sehe ich Sportler mit ihren typischen Klettermatten auf dem Rücken im Odenwald.

Faszinierend, wie ohne Hilfsmittel so ein Felsen erklettert werden kann.


Nachdem ich die Kletterer hinter mir gelassen habe, geht meine Wanderung Richtung Lichtenberg zu und bald erreiche ich den Ausgangspunkt meiner Wanderung wieder.

Ein herrlicher kleiner Rundgang durch eine wilde Natur.
Vielleicht hat es Dir auch ein wenig gefallen.

Wenn ja, dann begleite mich doch auch bei der nächsten „Expedition“ im Odenwald.

Bis dahin, bleib interessiert,
ich grüße Dich

Björn

 

 

 

 

 

 

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