Walburgiskapelle

Weschnitz im Odenwald. Wanderung zur Walburgiskapelle mit schönen Ausblicken in den Odenwald. Kommst Du mit?

Was hatten wir die letzten Wochen für eine Hitze. Ich gebe zu, bei über 30 Grad auf dem Thermometer ist es mir zum Wandern zu heiß.

Auch die Wahl der Ziele ist nicht so einfach, denn immer noch gibt es gesperrte Parkplätze. Zudem ist so manches interessante Ziel mit allerlei Einschränkungen belegt.

Also bleiben wir im Odenwald und machen einen Spaziergang zur Walburgiskapelle bei Weschnitz.

Weschnitz im Odenwald.

Weschnitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Fürth und liegt im Odenwald. Passend zum Ortsnamen liegt der Ort im oberen Tal der Weschnitz. Es gibt auch einen Fluss mit diesem Namen.

Erstmalig urkundlich erwähnt wurde der Ort unter dem Namen Wisgoz um das Jahr 1200 im Lorscher Codex. Hierbei handelte es sich um ein Güteverzeichnis des damaligen Kloster Lorsch.

Das Kloster Lorsch haben wir uns bereits angesehen, meinen Artikel dazu findest Du hier.



Auf dem Weg zur Walburgiskapelle.

Direkt hinter dem Ort Weschnitz gibt es im Wald beim Friedhof einen schattigen Parkplatz. Dort kann das Auto auf uns warten. 

Vom Parkplatz gehen wir in Richtung Friedhof, biegen aber zuvor linker Hand in den Wald ab, um dort dem ruhigen Weg zu folgen.

Du kannst auch direkt den Berg hochlaufen, ist der nähere Weg dafür steiler. Wir möchten etwas länger unterwegs sein und kommen hintenrum (wie die „Fraa vun Bensem“).


Die Fraa vun Bensem.

Auf hochdeutsch „Die Frau von Bensheim“ ist eine Frau aus einer alten Erzählung von Bensheim an der Bergstraße.

Die erwähnte Frau soll im Dreißigjährigen Krieg den bayerischen Truppen einen Geheimweg in die Stadt gewiesen haben, als diese am 2. Dezember 1644 in die Stadt eindrangen und die französischen und schwedischen Truppen, die Bensheim am 20. November 1644 erobert hatten, vertrieben.

Noch heute gibt es die Redewendung:

Hinne rum, hinne rum wie die Fraa vun Bensem.


Der Kahlberg und Karl der Große.

Nach einer Weile auf stillen Pfaden biegt der Weg auf einen befestigten und breiten Weg hinauf.

In der Sonne geht es auf den Kahlberg.

Der Kahlberg ist ein 520 Meter hoher Berg im hessischen Odenwald. Er ist ein Eckpfeiler zwischen dem Buntsandstein und dem Kristallinen Odenwald. 

Oben angekommen fällt mir zuerst ein Gedenkstein auf. Er erinnert an die Grenzziehung zwischen der Mark Heppenheim und der Mark Michelstadt durch Karl den Großen auf dem Kahlberg im Jahr 795.


Jagdgebiet der Burgunder.

Auf dem jetzt flachen Weg begegnen uns überall gepflanzte Bäume mit Hinweisschildern. Scheinbar kann man hier Bäume anpflanzen zu verschiedenen Anlässen.

Ein Hinweisschild des Geo-Naturpark handelt vom „Jagdgebiet der Burgunder“ im Odenwald.

Von den Burgundern und den Nibelungen und deren Sagenwelt gibt es im Odenwald viel zu entdecken. Darunter zahlreiche „Siegfriedquellen“ – also jener Ort, wo Hagen von Tronje den Recken Helden Siegfried erschlagen hat. Die bekannteste ist sicherlich der Siegfriedbrunnen in Grasellenbach. Vielleicht nehme ich Dich einmal mit dorthin.


Natürlich gibt es auch moderne Bauwerke zu sehen. Windräder sind heftig umstritten und ich sehe diese meist im Stillstand.

Ob damit die Stromzukunft Deutschlands gedeckt werden kann, ich möchte es zumindest anzweifeln.

Und plötzlich liegt sie dann vor mir, die Walburgiskapelle von Weschnitz.

Die Walburgiskapelle von Weschnitz.

Da wir von hinten kommen, liegt vor mir ein steinerner Altar und ein Platz für Wallfahrtsgottesdienste unter freien Himmel.

Heute ist kein Gottesdienst und so kann ich den Platz durchqueren auf meinem Weg zur Kapelle.


Die Kapelle ist der Heiligen Walburga geweiht.

An den meisten Wochenenden ist die Kapelle geöffnet, diesmal leider nicht. Vielleicht hängt dies mit der „Corona“-Pandemie zusammen.

Schade. 

Warum steht hier eigentlich diese Kapelle?

Es wird vermutet, dass sie anstelle eines vorchristlichen Heiligtums errichtet wurde. Ein erstes Bauwerk ist um 1671 nachgewiesen.

Um 1815 wurde eine zweite Kapelle errichtet. Dieser Bau wurde in den Jahren 1935 bis 1937 erweitert und diese Kapelle ist bis heute erhalten.

Im Inneren der kleinen Kapelle befindet sich eine Walburgastatue aus dem 17. Jahrhundert.


Die Heilige Walburga.

Wer war eigentlich diese Frau, der man hier eine Kapelle geweiht hat?

Walburga wurde wohl um 710 in Wessex in Südengland geboren. Gestorben ist sie entweder am 25. Februar 779 oder 780 in Heidenheim. 

Sie war eine angelsächsische Benediktinerin und spätere Äbtissin des Klosters Heidenheim. Viele Quellen sehen in ihr eine Nichte des heiligen Bonifatius.

Mit ihr werden Wunder in Verbindung gebracht, welche auf ihr Wirken zurückzuführen sein sollen.

So soll sie ein Kind mithilfe von drei Ähren vor dem Verhungern gerettet haben. Ein anderes Mal einen tollwütigen Hund beruhigt haben. Auch von Krankenheilungen wird berichtet.

Am 1. Mai um 870 soll die Heiligsprechung durch Papst Hadrian II. anlässlich der Umbetten ihrer Gebeine veranlasst worden sein. 

Die sterblichen Überreste von Walburga befinden sich heute als Reliquie im Kloster St. Walburg in Eichstätt.

 




Schöne Ausblicke nach Lindenfels.

Unterhalb der Kapelle gibt es schöne Aussichtsbänke. Der Blick schweift über die Landschaft bis hinüber nach Lindenfels.

Schön hier. Nach einer kleinen Weile geht es aber weiter hinunter in Richtung Parkplatz.

Der Weg wird jetzt steiler und führt in Serpentinen hinab.

 

Mit der Ankunft am Friedhof, der nur aus hölzernen Kreuzen besteht, geht unsere Wanderung zur Walburgiskapelle zu Ende.

Das Auto wartet im Schatten und ich habe den Tag wirklich genossen. Schade nur, dass die kleine Kapelle nicht geöffnet war. Aber es war trotzdem ein schöner Ausflug.

Wenn Du in der Nähe bist, dann empfehle ich Dir einen schönen Waldspaziergang mit Ausblicken, Erholung, Geschichte und Religion.

Herz was willst du mehr.

Ich ruhe mich jetzt etwas aus,
bis demnächst, bleib interessiert

Björn

 

 

BeschreibungKapelle
KoordinatenGoogle Maps
EintrittNein
ParkplatzJa
GastronomieNein
 KommentarSehenswerte Kapelle
LinkHier kannst Du mehr über die Heilige Walburga erfahren.
Björn
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2 Kommentare
  1. Inge sagte:

    Hallo Björn,

    was für tolle Alltagserinnerungen ! Und wir haben praktisch alle Orte im Odenwald auch schon erwandert ! Leben wir nicht in einer wunderschönen Gegend ?

    Herzliche Grüsse aus Ober-Ramstadt
    Inge

    Antworten

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