Zum Rimdidim

Alltagserinnerungen unterwegs. Ausflug auf den Rimidim – von Dichtern, Felsspielen, einem ehemaligen Naturfreundehaus und den Höhen des Odenwalds. 

Was für ein Wetterwechsel die letzten Wochen, das Thermometer kletterte rauf und fiel wieder. Es gab Regen, Schnee und zum Glück auch etwas Sonne. Also auch für mich Gelegenheit hinaus in die Natur zu gehen.

Ich hätte nicht gedacht das „Corona“ auch in diesem Frühjahr immer noch eine Rolle spielt. Manchmal kommt mir alles noch strenger vor als im letzten Jahr. Aber davon lassen wir uns das Leben nicht verderben – es geht weiter und trotzdem lassen wir Vorsicht walten.

Als Ziel meines Ausfluges habe ich mir die heimische Umgebung ausgesucht. 

Zum Glück bietet der Odenwald viele Möglichkeiten zum Wandern.

Startpunkt der heutigen Wanderung ist der kleine Ort Steinau in der Gemeinde Fischbachtal. Ganz am Ortende befindet sich ein Naturparkplatz und von dort führt mich der Weg bergan.

Auf zum Rimdidim.

Auf dem Weg zum Rimdidim.

Es ist ganz schön was los hier, viele Menschen haben den Weg von allen Ecken hierher gefunden. Früher war das nicht ganz so voll.

Scheinbar verteilen sich die Leute seit den geltenden Einschränkungen mehr in den Odenwald. Aber es gibt genügend Platz, um voneinander Abstand zu halten. Also alles gut und keine Gefahr.

Kurz auf der vorhandenen Naturparkkarte orientiert und los geht es am Waldrand entlang mit einer schönen Sicht auf Teile des Ortes Steinau.

Blick auf Steinau.

Der kleine Ort Steinau gehört zur Gemeinde Fischbachtal, im Dialekt der einheimischen Bevölkerung nennt er sich „Stoane“. 

Erstmals wurde der Ort zur Mitte des 14. Jahrhunderts in Zusammenhang mit Erkingen von Rodenstein erwähnt. Dieser veräußerte damals seine Rechte zu Steinau an den Grafen von Katzenelnbogen.

Im Dreißigjährigen Krieg war der Ort bis auf eine Person ausgestorben, diese Zeiten sind glücklicherweise lange vorbei.

Mich führt mein Weg weiter steil aufwärts, bis ich nach einer Weile ein paar Bauwerke durch den Wald sehe.

Blick auf die Reste des Rimdidim.

Es handelt sich hierbei um die Reste eines ehemaligen Naturfreundehauses, welches 1927 errichtet wurde. Später wurde es ausgebaut und zu einem Knabenübungslager umfunktioniert. Es diente auch zur Kinderlandverschickung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es wechselnde Eigentümer und Nutzungen. 
In den 1980er-Jahren brannte das Gebäude weitgehend ab und ist seither eine Ruine.

Verwirrung sorgt die Namensgleichheit mit dem Berg, beides nennt sich Rimdidim.

Da ich nicht zu den Urban Explorern gehöre, gehe ich nicht hinein um die Überreste zu besichtigen. Stattdessen geht es weiter durch den Wald bergan.

Vorbei am Gagernstein und mächtigen Felsspielen.

Nach einer Weile komme ich am Gagernstein vorbei. 

Dieser gewaltige Fels erinnert an Friedrich Heinrich Karl Gustav Freiherr von Gagern (1882 bis 1947). Er wurde bekannt als Jagdschriftsteller. Weshalb ihm hier dieser Felsen mit einer Inschrift gewidmet wurde, kann ich leider nicht sagen.

Mittlerweile haben Boulderer den knapp sieben Meter hohen Felsen für sich entdeckt.

Für mich geht es an weiteren Felsspielen weiter aufwärts in Richtung Gipfel des Rimdidim. Bald kann ich ihn durch den Wald erkennen, viele Menschen sind hier heute unterwegs.

Aussicht hat man von hier heute keine mehr. Längst hat der Wald sich in den Blick gestellt.

Früher war der Rimdidim einmal die höchste Erhebung im Altkreis Dieburg. Wenn Du fragst, woher dieser komische Name stammt, da gibt es eine Theorie. Angeblich hatte einst der frühere Darmstädter Oberbürgermeister als Vorsitzender des Odenwaldklubs hier die Aussage getroffen „da hat man de schennste Blick rimdidim…“. 

Wobei also „Rimdidim“ für rundherum stehen soll. 

Eine schöne Geschichte, ob Sie der Wahrheit entspricht? Wir sagen bei uns jedenfalls „runderim“.

Ursprünglich wurde der Berg „Arnstein“ genannt.

Auf jeden Fall ist er eine Wanderung wert, findest Du nicht auch?

Für mich geht es nun wieder den Berg hinab.

Auch auf dem Weg zurück gibt es viele Felsen im Wald, ein paar Eindrücke meines Rückweges zeige ich Dir noch.

Bleib mir gesund und interessiert.

Ich grüße Dich

Björn

Die 3 Ourewäller
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2 Kommentare
  1. Traudi sagte:

    Danke, dass ich mitmarschieren durfte, lieber Björn. Es gab viel zu sehen und zu erfahren. Hat Spaß gemacht. Über den Namen musste ich schmunzeln. 🙂
    Viele liebe Grüße
    Traudi

    Antworten

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