Freilandmuseum Gottersdorf (2/2)

Gottersdorf/Odenwald. Unterwegs im Freilandmuseum Gottersdorf. Ein entspannter Ausflug in die Vergangenheit. Mit wissenswerten Details und vielen Fotos. Teil 2

Willkommen zurück im Freilandmuseum Gottersdorf.
Wenn Du den ersten Teil verpasst hast, den Link dahin werde ich am Ende des Beitrages einfügen.

Björn

Das Freilandmuseum Gottersdorf liegt in einer schönen Landschaft eingebettet. 

Es sind nicht sehr viele weitere Besucher da, so kann ich ungestört meinen Spaziergang durch die Zeit unternehmen. In der Baugruppe Odenwald kann ich nicht nur Bauernhäuser besichtigen, es gibt auch zahlreiche Scheunen und Betriebsgebäude sowie eine alte Ziegelei.

Eine Ziege und noch ´ne Ziege, das sind der Ziegen zwei.
Und wenn sie dicht beieinander stehen, ist es ´ne Ziegelei.

Björn

Solche Gebäude findet man heute eher selten, meist sind sie nur als Adresse oder Ortsteilnahme erhalten geblieben.
Ich wurde auch nicht in einer Zeit geboren, als diese alten Arbeitsweisen noch derart dominierend waren.

Die Lebensweise der ärmeren Bevölkerung ist aus heutiger Sicht erschreckend einfach.

Aber auch die „wohlhabenderen“ Familien im dörflichen Verbund waren von der Lebensweise nicht sehr verschieden.

In der Dorfgemeinschaft der kleinen Odenwalddörfer wusste jede und jeder seinen Platz. Was auch notwendig war, selbst die Großbauern konnten ohne die örtlichen Helfer die Ernte nicht einbringen. Alles hing voneinander ab. Vielfach war man auch miteinander verwandtschaftlich verbandelt. Freilich meist in der gleichen Standeskategorie.

Der Weg in höhere Wohlstandsschichten aufzusteigen war meist nicht möglich. Für viele Teile der heutigen Bevölkerung ist es nicht anders.

Vielfach schliefen mehrere Generationen unter einem Dach und oft Eltern und Kinder in einem Raum.

Apropos Kinder, es war selbstverständlich diese in die täglichen Arbeiten einzubinden. Noch meine Eltern halfen nach der Schule auf den Feldern. Mir blieb dies erspart, die Zeiten hatten sich geändert.

Die gesundheitliche Versorgung war gleichfalls nicht mit der heutigen Situation zu vergleichen. Oft gab es nur Heilgehilfen als erste Anlaufstelle für die Wundversorgung. 

Mein Ururgroßvater war auch ein „Heilgehilfe“, noch heute wird ein Teil seiner Nachfahren als „Heildiener´sch“ bezeichnet.

Björn

Interessant im Freilandmuseum finde ich auch die ausgestellten Handwerksutensilien, beispielsweise eine kleine Schuhmacherwerkstatt.

Schuhe waren wichtig und wurden handgemacht. Oft gingen Kinder in den Sommermonaten noch mit blanken Füßen oder es gab „Strohschuhe“.

Von wegen „Markenklamotten“, gelle.

Ich erwarb vor einigen Jahren eine alte Schusternähmaschine aus Glasgow. Sie wurde 1882 hergestellt.

Sie ist auch heute noch funktionsfähig.

Björn

Diese alten Nähmaschinen waren extrem langlebig. Ich trauere immer, wenn ich an einer weggeworfenen vorbeifahren muss.

Aber man kann nicht alles aufheben. Ist mir schon klar.

Mein Weg führt mich weiter in den „Bauland“-Teil des Museumsdorfes. Dieser besteht nur aus wenigen zugänglichen Gebäuden.

Darunter einer alten Grünkerndarre und einer alten Feldscheune mit einer Ausstellung über das Imkerwerk.

Ein weiterer Teil des Museums liegt mitten im Ort.

Dort befinden sich zwei weitere Gebäude. Also heißt es das Museumsgelände verlassen und die beiden Häuser im Ort aufsuchen.

Nach ein paar Metern durch Gottersdorf bin ich auch bereits da. Ich stehe vor dem Haus „Bär“. Das Gebäude wurde bereits im 17. Jahrhundert erbaut. Im Inneren ist eine sehenswerte Einrichtung im Stil der 1950er Jahre.

Hier werden bei mir besonders viele Erinnerungen geweckt.

Ich bin zwar ein Kind der 1970er Jahre, aber viele Gegenstände waren in meiner Kindheit noch immer in den Haushalten zu finden aus den vorangegangenen Epochen.

Björn

In dieses Haus könnte ich glatt einziehen, es wirkt so einladend.

Auch der Geruch im Schlafzimmer – alles authentisch. 

Wie immer kannst Du die Fotos anklicken und die Galerie öffnet sich.

Das Bildrauschen bitte ich zu entschuldigen. Irgendwie hatte ich mich vertan – geblendet von den Eindrücken.

Björn

Zum Schluß bleibt noch der ehemalige Hof Schüssler, doch als ich an der Tür rüttele bleibt diese verschlossen.

Das Museum hat zwar noch eine Stunde geöffnet, aber scheinbar hat man bereits begonnen die Gebäude abzuschließen. Schade, damit endet der Ausflug irgendwie unvollständig.

Später habe ich den „Kassenwart“ gefragt, aber keine Auskunft erhalten. Auch meine Mailanfrage hierzu ist unbeantwortet geblieben. Schade, sehr schade. 

Womit wir am Ende dieses Ausfluges in das Freilandmuseum Gottersdorf angelangt sind.

Ich hoffe es hat Dir ein wenig gefallen und wenn ja, vielleicht bist Du bei meinem nächsten Ausflug wieder dabei.

Wenn auch nur virtuell.

Bis dahin, bleib interessiert und gesund,

ich grüße Dich

Björn


 
 
Beschreibung Freilichtmuseum
Koordinaten Google Maps
Eintritt Ja
Parkplatz Ja
Gastronomie Nein, nur an bestimmten Tagen
 Kommentar Nicht die Häuser im Ort vergessen
Link Freilandmuseum Gottersdorf (Offizielle Seite)
Björn
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