Unterwegs im Odenwald

Zum Ireneturm auf der Tromm

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Mai 10, 2019

Heute geht es zum Ireneturm auf der Tromm. Wer die Irene ist und weshalb sie einen Turm hat? Und was es dort zu sehen gibt? Ich habe mich auf den Weg gemacht, um Antworten auf diese Fragen zu erhalten. Also auf in den tiefsten Odenwald.


Und schon bin ich unterwegs zum Ireneturm auf der Tromm. Ich könnte Dir jetzt von blauem Himmel und dem Ruf der „Wildnis“ schreiben, aber das hatten wir ja schon. Hm, fange ich anders an.

Es gab Zeiten, da waren die Menschen von ihrem Alltag so geschafft, da hatte kaum einer Lust in der Natur „sinnlos“ umher zu laufen.

Glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei und ich hoffe, es bleibt auch so.

Aber ist ein anderes Thema.

Meine Reise führt mich in die Gemeinde Grasellenbach.

In dieser kleinen Gemeinde im südhessischen Kreis Bergstrasse leben knapp 4.000 Einwohner in der, vom Wald geprägten, Natur. Insgesamt gibt es sechs Ortsteile und mein Ziel liegt im kleinen Ort Tromm.

Ankunft in Tromm.

Gerade einmal 100 Einwohner sind hier sesshaft. Ein kleiner Ort, der zugleich die höchstgelegene Ortschaft des Odenwalds ist. Stolze 539 Meter hoch liegt der aussichtsreiche Ort.

Der Ortsteil Tromm der Gemeinde Grasellenbach ist der höchstgelegene Ort im Odenwald.

Parkflächen gibt es hier genügend und auf einem besonders Schattigen wartet man Automobil auf die Rückkehr.

Aber der Reihe nach.

Für mich geht es jetzt los in den Wald, auf einem kleinen Pfad in Richtung Ireneturm.

Während ich durch den etwas urigen Wald laufe, erzähle ich Dir noch ein wenig von der Historie dieses kleinen Ortes.

Geschichtliches zu Tromm.

Die erste Erwähnung von Tromm liegt noch nicht lange zurück, erst im Jahr 1829 finden sich erste Urkunden.

Scheinbar ist dieser kleine Ort erst sehr spät im Zuge von Rodungen entstanden. Frühe Quellen sprechen auch von „Trumm“.

Gemeindlich war der Ort wohl nicht selbstständig sondern gehörte von Beginn an zur Gemeinde Ober-Scharbach. Jene schloss sich im Jahr 1953 mit der Gemeinde Unter-Scharbach zusammen.

Beide Orte waren sicherlich nicht sehr groß, im Jahr 1867 sind für Unter-Scharbach 33 Häuser mit 186 Einwohnern überliefert und für Ober-Scharbach 30 Häuser mit 195 Bewohnern.

Nicht gerade viel.

Tja und erwähnt schlossen sich beide 1953 zur Gemeinde „Scharbach“ zusammen, diese wiederum kam in Folge der Gebietsreform von 1972 zur Gemeinde Grasellenbach.

Unterwegs im Wald auf der Tromm.

Während ich so durch den Wald schlendere, erfreue ich mich an dessen Wildnis, wobei, manche Ruhebänke könnte etwas Wartung vertragen.

Viele Felsen gibt es hier.

Kein Wunder, der Tromm-Höhenzug gehört zum kristallinen Odenwald. Trommgranit besteht aus Gesteinen, welche sich vor 320 Millionen Jahren im Unterkarbon gebildet haben.

Etwas vor meiner Zeit. Aber trotzdem sehr beeindruckend.

Wobei es hier auf der Tromm auch Buntsandstein gibt, scheint also hier eine Grenze zwischen beiden Gebieten im Odenwald zu sein. Wenn Du nicht weißt was ich meine, der Odenwald teilt sich geologisch in einen kristallinen Teil und einen, in welchem Bundsandsteine zu finden sind.

Aber das würde wohl zu weit führen und gehört nicht hierher, gelle.

Kunst am Wegrand.

Neuerdings trifft man immer wieder auf Kunst am Wegrand. Meist gesponsert.

Geschmackssache, oft ist es meiner nicht. Wäre vielleicht manches Geld besser angelegt gewesen, aber ich mache mich unbeliebt.

Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Wusstest Du, dass diese Redensart vom Buch „Jedes Tierchen hat sein Pläsierchen. Zoologischer Lieder-Garten“ aus dem Jahr 1887 stammt.

Jetzt weißt Du Bescheid.

Der Ireneturm auf der Tromm.

Durch die Baumwipfel kann ich jetzt den Ireneturm erkennen, ein schwarzes hohes Etwas ragt durch die Bäume.

Etwas baufällig schaut er aus und gesperrt ist er auch.

Kein Wunder, stammt er doch aus dem Jahr 1910. 27 Meter ragt er in die Wipfel, beim Bau war er noch vier Meter kürzer. Aber die Bäume wachsen und so wuchs auch der Turm weiter.

Wir sind hier quasi an einem drei Gemeinden-Eck.

Hergekommen sind wir über die Gemeinde Grasellenbach, der Turm steht auf dem Gebiet der Gemeinde Rimbach und der eigentliche Berg „Tromm“ gehört zur Gemeinde Wald-Michelbach.

Ziemliches Durcheinander.

Und wer war Irene?

Ach ja, hiermit ist Prinzessin Irene von Hessen(-Darmstadt) gemeint. Sie war die Gemahlin von Heinrich von Preußen, dem jüngeren Bruder von Kaiser Wilhelm II. Auch war sie die Schwester der letzten russischen Zarin Alexandra Fjodorowna. Jene wuchs als „Ihre Großherzogliche Hoheit Prinzessind Alix Viktoria Helene Luise Beatrix von Hessen bei Rhein“ auf und stammt aus Darmstadt.

Der Vater von Irene war Großherzog Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein. Ihre Mutter Prinzessin Alice von Großbritannien und Irland, eine Tochter der Königin Victoria.

Der Ireneturm feierte im Jahr 2010 hundertjähriges und wurde Eigentum der Gemeinde Rimbach. Drei Jahre später wurde er aus Sicherheitsgründen gesperrt, er ist mittlerweile baufällig.

In der Zeitung stand er soll abgerissen und ein neuer gebaut werden, hm, ist schon eine Weile her – seitdem ist nichts Wesentliches passiert.

Wird hoffentlich nicht so eine Geschichte wie bei einem bekannten Flughafen in Deutschland werden?

Ich jedenfalls mache mich jetzt auf den Heimweg.

Gefallen hat es mir trotzdem hier im Wald auf der Tromm.

Apropos Tromm, diesen Namen trägt nicht nur ein Ort sondern auch dieser Berg. Die Tromm ist mit 577 Meter die Nummer Sechs unter den Bergen des Odenwalds.

Eine andere Geschichte. Vielleicht hast Du meinen Artikel zum vorherigen Besuch auf der Höhe gelesen:

Soweit mein Artikel: Zum Ireneturm auf der Tromm.

Jetzt mache ich mich auf die Suche nach weitere „Entdeckungen“,
bis dahin, bleib interessiert
Björn

Ach ja, hier noch ein paar interessante Links zum Thema:

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Björn
Odenwald, Hessen

Hallo, ich bin Björn. Blogger, Entdecker, Fotografierer und Sammler aus Leidenschaft. In meinem Blog zeige ich Dir alte Fundstücke, entdecke mit Dir "meinen" Odenwald und zeige Dir Fotos von meinen Ausflügen in die heimische Fauna und Flora.

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