Zurück auf Burg Schnellerts.

Stierbach/Odenwald. Erneuter Besuch auf Burg Schnellerts. Hat sich auf der Ruine etwas verändert? Ich habe mir die Reste der alten Höhenburg angeschaut.

Mittlerweile liegt mein letzter Burgbesuch etwas zurück und es zieht mich wieder aus. Natur und Geschichte, die ideale Kombination für mich. Als Ziel habe ich mir die Burg Schnellerts, besser was von ihr übrig geblieben ist, ausgesucht.

Ich habe diese alte Anlage schon einmal besucht, einen Bericht dazu findest Du in meinem Blog oder Du klickst einfach hier.

Nun wollte ich schauen, ob sich etwas verändert hat.

Zuvor noch eine Anmerkung, ich habe mich entschlossen künftig in der Gegenwartsform zu schreiben, ist für mich einfacher und es liest sich, als wärst Du dabei.

Nun aber los.

Startpunkt Stierbach.

Startpunkt meiner Wanderung in die Vergangenheit ist der kleine Weiler Stierbach in der Nähe von Nieder-Kainsbach.

Glücklicherweise gibt es genügend freie Parkmöglichkeiten und der nächste Weg zur Burg beginnt oberhalb der Ferienhäuser im Ort. Nachdem das Auto abgestellt und die Ausrüstung – sprich Kamera – umgehängt ist, geht es in den Wald.

Auf dem Weg zur Burg Schnellerts.

Mein Weg führt auf schönen Waldwegen langsam nach Oben. Klar, handelt es sich doch um eine Höhenburg, welche auf dem Schnellertsberg in etwa 350 Meter Höhe errichtet worden war.

Begegnen tut mir auf der Wanderung niemand – vielleicht liegt es daran, dass es leicht zu Tropfen anfängt. Doch der befürchtete Schauer bleibt zum Glück aus.

Ich kann meinen Pfad also weiter begehen. Apropos Pfad, kurz vor der Ruine wird der Weg schmaler und zunehmend steiler.

Dann sehe ich die ersten Mauerreste.

Auf Burg Schnellerts.

Ich habe mein Ziel erreicht, ich stehe vor den Resten von Burg Schnellerts.

Wobei, ob die ursprünglich so geheißen hat ist nicht bekannt. Der Name leitet sich aus einer Erwähnung im Jahr 1426 ab. Damals war von einer „snelharts wiese“ die Rede und diese Bezeichnung wurde später für die Ruinenreste übernommen.

Also Burg (oder Ruine) Schnellerts.

Urkundliche Erwähnungen gibt es zu dieser Burg keine bekannten. Somit liegt vieles, wenn nicht fast alles, im Dunkel der Zeiten verborgen.

Auch der Erbauer dieser alten Anlage ist nicht bekannt, Vermutungen gibt es viele. Manche zielen in Richtung der Herren von Crumbach (die späteren Rodensteiner), andere in das Umfeld der Schenken von Erbach.

Eine Höhenburg, wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert.

Erbaut wurde die Burg zwischen der Mitte des 13. Und dem beginnenden 14. Jahrhundert. Eine Zeit voller Burgenbautätigkeit in der Umgebung, nichts Besonderes also.

Scheinbar hatte die kleine Burg nicht sehr lange Bestand. Knapp hundert Jahre kann man ihr zuerkennen, dann war sie bereits zerstört.

Bei Grabungen fand man Spuren von Blidenkugeln und Armbrustbolzen – es war wohl kein nettes Ende. Vielleicht waren die Erbauer einem kriegerischen Nachbarn auf die „Füße“ getreten.

Harte Zeiten – glücklicherweise heute vorbei.

Die Reste der Burg auf dem Schnellertsberg.

Um die, wiederaufgesetzten, Reste der Ringmauer findet man noch Spuren eines alten Ringgrabens. Nicht viel mehr als eine flache Mulde.

Betreten habe ich die Burg durch ein „Tor“ gegenüber dem neu gemauerten Sockel eines früheren Bergfrieds. Es gibt allerdings noch einen zweiten Zugang hinter dem Stumpf des Turms. Dieser Zugang ist wohl eine Gefälligkeit an den dort entlangführenden Wanderweg.

Es war wohl eine sehr kleine Burg, mehr ein Turm mit umfassender Ringmauer und Toranlage. Befunde lassen darauf schließen, dass es auch ein oder zwei Fachwerkbauten im Rund gegeben hat.

Immerhin hat der Bergfried einen Durchmesser von ca. 6,50 Meter. Wie hoch er gewesen ist, kann ich Dir genauso wenig sagen, wie die Höhe der Ringmauer.

Außerhalb der Ringmauer befinden sich noch zwei kleine Mauerreste, vielleicht ein Anbau. Weshalb dieser allerdings vor der Ringmauer befindlich war bleibt offen.

Viel ist nicht erhalten geblieben und seit meinem letzten Besuch hat sich nicht viel verändert. Aber es ist auch nichts schlechter geworden – was mich positiv stimmt.

Zu danken gilt jenen tatkräftigen Männern und Frauen die sich um den Erhalt solcher, fast vergessenen, Anlagen kümmern. Ich würde mir da etwas mehr Einsatz von Vater Staat wünschen. Ein frommer Wunsch.

Zeit für eine kleine Brotzeit habe ich auch noch gefunden und dafür die Schutzhütte, ein ehemaliger Stall, genutzt.

Im offenen Bereich gibt es noch Tische und Bänke, sogar ein Flaschenöffner ist vorhanden. Dieser ist, damit er nicht „wegläuft“ an die Kette gelegt.

Alles in allem wieder ein schöner Ausflug in die Vergangenheit.

Mir jedenfalls hat es gefallen und ich hoffe meine Fotos haben Dir ein Bild vermitteln können.

Jetzt mache ich mich auf die Suche nach neuen Zielen.
Bis dahin und bleib interessiert

Björn


Beschreibung Ruine
Koordinaten Google Maps
Eintritt kostenfrei
Parkplatz Ja, kostenfrei – Wanderung erforderlich
Gastronomie Nein
   

 

 

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