Arndt´sche Sturzmaschine

Alte Fundstücke: Arndt´sche Sturzmaschine. Ich bin auf der Suche nach den vergessenen Leuchtfeuern eines untergegangen Alltags. Alltagserinnerungen.

Auf der Suche nach den (fast) vergessenen Alltagshelfern haben mir heute meine beiden Assistenten ein Ei auf den Tisch geschoben.
Zumindest erinnert es von seiner Form an ein solches. Wenn auch aus Blech gefertigt und daher sicher unverdaulich für einen durchschnittlichen Mitteleuropäer wie mich.

Die fragenden Blicke der beiden Helferlein sprechen Bände, um was es sich wohl handeln mag?

Keine Bange, wir finden es heraus und Du bist dankenswerterweise dabei.

Arndt´sche Sturzmaschine.

Glücklicherweise ist ein kleines Hinweisschild des Herstellers auf dem heutigen Fundstück angebracht. Es trägt die Aufschrift:

Arndt´sche Sturzmaschine.

Dies lässt mich an einen bereits erschienen Artikel zu einem ähnlichen Artikel denken, die „Arndt´sche Kaffee-Aufgussmaschine“. Vielleicht erinnerst Du dich daran. Sicherlich hat auch mein heutiges Fundstück das Licht bei der Firma Arndt in Quedlinburg erblickt.

Solltest Du meinen Artikel nicht kennen, Du findest ihn hier:

Untersuchen wir jetzt den heutigen Fund, bei dem es sich zu hundert Prozent um eine Kaffeemaschine handelt.

Wir haben einen Ständer, worin ein silbernes „Ei“ mit einer Tülle und einem Griff kippbar aufgehängt ist.

Ich gehe den Dingen auf den Grund.

Also schraube ich den Griff ab und oh Wunder, jetzt lässt sich die Sturzmaschine in zwei Teile zerlegen.

Einerseits eine Art „Becher“ mit Tülle und andererseits ein Gegenstück mit einem aufgeschraubten Filter. Auch diesen zerlege ich in seine Bestandteile. 

Du kannst es auf den nachfolgenden Fotos sehen.

Jetzt sind wir klüger, es handelt sich um einen „Potsdamer Boiler“, wie man diese Kaffeebereiter wegen einer Ähnlichkeit zu früheren Heizgerätschaften nannte.

Eine andere Bezeichnung lautet „Russische Eikanne“.

Und wie macht man damit Kaffee?

Zunächst füllt man in den oberen Teil Wasser ein, dann wird der Filterteil aufgeschraubt mit dem Kaffeepulver.

Schnell noch zuschrauben und das Stück wieder in sein Hängegestell einsetzen. Und zwar so, dass der Teil mit dem Wasser unten ist. Die Tülle steht jetzt kopf.

Was kommt danach? Richtig Wärme.

Hierzu wird ein Brenner entzündet dieser fehlt bei meinem heutigen Fundstück. 

Ist das Wasser heiß genug, kippt man die Kanne im Gestell und das heiße Wasser durchfließt das Kaffeepulver im Filter.

Fertig, jetzt kann mit der Tülle Kaffee ausgeschenkt werden.

Ein schönes Fundstück, sicher nicht die letzte Version dieser „Potsdamer Boiler“, welche ich Dir zeige.

Ich begebe mich jetzt auf die Suche nach weiteren Alltagserinnerungen.

Bis dahin bleib gesund und interessiert.

Ich grüße Dich

Björn

Björn
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