Arthur Krupp Kaffeemaschine

Alte Fundstücke: Arthur Krupp Kaffeemaschine. Ich bin auf der Suche nach den vergessenen Leuchtfeuern eines untergegangen Alltags. Alltagserinnerungen.

Endlich einmal Zeit. Und vor mir steht ein altes Fundstück.

Unverkennbar handelt es sich dabei um eine alte Kaffeemaschine. Du kannst auch Kaffeebereiter sagen, so richtig viel „Maschine“ ist ja nicht dran.

Ich empfinde sie als eine meiner schönsten Modelle.

Was im Auge des Betrachters liegt bzw. der Betrachterin.

Wenn Du länger bei mir liest, dann hast Du erkannt, das es sich um eine „Wiener Fontäne“ handelt. Also eine der „unvergleichbaren Wiener“ Kaffeebereiter.

Anders als bei den meisten Modellen dieser Art ist hier kein runder Griff angebracht. Vielmehr gibt es einen formvollendeten Halter mit kleinem Henkel.

Sieht schön aus und ist mal was anderes.

Der Kaffeebereiter ist aus Alpaka-Silber.

Selbstverständlich ist der funktionale Aufbau ansonsten wie bei den bereits vorgestellten Schwestern dieser Kaffeebereiter.

Wir haben einen Halter, einen Brenner und den eigentlichen Kaffeebereiter. Dieser besteht aus einem Doppelkammersystem mit einem Steigrohr und aufsitzendem Filter. Abgeschlossen wird das Ganze von einer schönen Glashaube. Ein Auslass mit Hahn aus der oberen Kammer ist auch vorhanden.

Die Außenhaut scheint aus einer Art Alpaka-Silber zu bestehen.

Nein, hat nichts mit diesen flauschigen „In“-Tieren aus Südamerika zu tun.

Hierbei handelt es sich um eine Legierung aus Kupfer mit Nickel und Zink. Dieses nennt man auch „Neusilber“, in China ist es bereits in der Qing-Dynastie bekannt unter dem Namen Pakfong.

Mit echtem Silber hat es wenig bis gar nichts gemein, schön ausschauen tut es dennoch.
In früheren Jahren hat man es zur Veredlung und zum Schutz für Haushaltswaren öfter genutzt. Wie es heute ausschaut, kann ich Dir nicht sagen.

Auf dem Behältnis ist ein Wappen zu finden, eingraviert ist nichts.

Vielleicht konnte man dies auf Wunsch mit einer Gravur versehen lassen. Gesehen habe ich so etwas schon.

Die Funktionsweise ist einfach. Du hebst den Filter mit Steigrohr heraus und füllst das Wasser in die untere Kammer. Filter wieder aufsetzen und Kaffeepulver in den Filter.

Feuer an und nach einer Weile steigt das heiße Wasser durch den Filter, vermischt sich mit dem Kaffee und „regnet“ in die obere Kammer herab – „Der Kaffee ist fertig!“

Mit dem Auslasshahn kannst Du es in die Tasse füllen.

Wer hat es gemacht?

Ich habe einen Hinweis auf Arthur Krupp gefunden. Damit ist es klar, mein Fundstück ist ein Erzeugnis dieses Unternehmens aus Berndorf.

Krupp? Da war doch was.

Genau. Die Berndorfer Metallwarenfabrik wurde 1843 durch Alexander Schoeller und Alfred Krupp gegründet.

Mit Hermann Krupp trat um 1845 ein Bruder von Alfred in die Firma ein, da dieser in seinem Stammwerk in Essen gebraucht wurde.

Schon bald machte man sich einen Namen mit seinen Produkten und konnte den Titel des K.u.K. priviligierten Hoflieferanten für sich in Anspruch nehmen.

Bald schon brachte man Silber-Bestecke und Tafelgeräte in „Alpacca-Silber“ auf den Markt und war damit erfolgreich. Unser Fundstück gehört dazu.

Hergestellt wurde es zwischen 1880 und 1920. Es ist immer schwer einschätzbar wann genau solch ein Stück hergestellt wurde. Vieles wurde über Jahrzehnte unverändert produziert.

Nichtsdestotrotz ein wunderschönes Fundstück.

Was meinst Du?

Sei gegrüßt Björn

Die 3 Ourewäller
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2 Kommentare
  1. Elke (Mainzauber) sagte:

    Guten Morgen, Björn!
    Ich habe dich bei Traudi entdeckt und deine Seite begeistert mich auf Anhieb. Dein Kaffeebereiter ist wirklich ein schönes Stück. Einen ähnlichen – aber nicht so schön – hat es in meiner Familie auch mal gegeben – ist lange her. Von daher ist mir auch das Alpakasilber ein Begriff. Einen Hahn hatte unser Kaffeebereiter aber nicht. Das erinnert ein bisschen an den russischen Samowar. Dass du die kleinen Figürchen auf den Kaffeebereiter gestellt hast, finde ich amüsant. Alles toll fotografiert.
    Herzliche Grüße – Elke

    Antworten
    • Björn sagte:

      Hallo Elke,

      leider komme ich etwas spät zu meiner Antwort.
      Aber besser spät als nie 😉

      Die „unvergleichbaren Wiener“ Kaffeebereiter hatten ihn oft, diesen kleinen Hahn.
      Meist aus Bein hergestellt und sehr oft schön anzusehen.

      An den kleinen Weib- und Männlein versuche ich mich öfters.
      Mal mehr oder weniger gelungen 😉

      Schöne Grüße
      Björn

      Antworten

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