Alte Fundstücke

Eicke Nummer 0

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Januar 2, 2019

„Die erste selbsttätige Kaffeemaschine der Welt“.

Hermann Eicke wusste seine Erfindung anzupreisen.
Welche Erfindung? Und wer war Hermann Eicke?

Gut, also ganz der Reihe nach.

Vor mir steht mein heutiges Fundstück und funkelt mich im Licht freudig an.

Draußen ist es trübe, Winter im Odenwald und es hat heute sogar geschneit. Auf meinem Tisch steht mein heutiges Fundstück und blinkt mich im Schein der Leuchten an.

Eigentlich wollte ich einen Ausflug unternehmen und ein Schloss in der Nähe fotografieren, aber das Wetter und die festsitzende Erkältung haben mich dazu bewogen im Raum zu bleiben.

Unverkennbar eine Kaffeemaschine.

Herauszufinden, wer dieses schöne Stück Zeitgeschichte hergestellt hat, ist nicht sonderlich schwer. Auf dem Wasserbehälter ist „H. Eicke Berlin 0“ zu lesen.

H. Eicke?

Hiermit ist Hermann Eicke gemeint, dieser kam am 24. Dezember 1837 (wie passend in die weihnachtliche Zeit) als Sohn des Müllers Josef und seiner Frau Elisabeth, eine geborene Kleekamm, zur Welt.

Nach seiner schulischen Grundbildung machte er eine Ausbildung zum Kaufmann. Wo er arbeitete und lebte, ist mir nicht bekannt. Fakt ist, er gelangte irgendwann nach Berlin und im Jahr 1877 reichte er die Patentschrift Nummer 3044 beim damaligen Kaiserlichen Patentamt ein.

Um was ging es in diesem Patent?

Hermann beschrieb darin die Funktion seiner Erfindung einer „Kippdampfdruckkaffeemaschine“ – welche nun vor mir steht.

Der Apparat bzw. die Kaffeemaschine besteht aus dem Ständer mit Bodenteil, einem Wasserbehälter und Filterteil, welcher mit einem Rohr verbunden ist und einem passenden Brenner.

Die Kaffeekanne ist ein zugehöriges Original, man konnte die Maschine wohl auch ohne diese käuflich erwerben.

Zunächst wird der Wasserbehälter gefüllt und in den Filter kommt der Kaffee. Dann lehnt man den Deckel des Brenners am Wasserbehälter an.

Die Flamme wird entzündet.

Mit der Zeit verdampft das Wasser über das kleine Röhrchen und vermischt sich mit dem Kaffee im Filter, der fertige Kaffee tropft nach unten in die Kanne.

Je mehr sich der Wasserbehälter entleert, desto leichter wird diese Seite der Maschine. Ab einem bestimmten Zeitpunkt kippt die Konstruktion aus Filter und Behälter in Richtung der Kaffeekanne und dadurch hat der Deckel des Brenners keinen Halt mehr und klappt zu.

Die Flamme erlischt und fertig ist der Kaffee.

Eine einfache Methode, aber auch heute noch ohne Weiteres nutzbar.

Apropos heute, von wann stammt nun dieser kleine Schatz?

Es handelt sich nicht um ein Modell der ersten Reihe, diese hatten noch eine eher an die Gründerzeit erinnernde Verzierung am Griff. Hier würde ich also die zweite Variante dieser Kaffeemaschinen annehmen wollen.

Ich glaube nicht, dass diese Maschine noch zu Lebzeiten von Hermann Eicke gebaut wurde. Hermann Eicke starb am 1. Dezember 1897 und hinterließ ein kleines Vermögen an seine Erben.

Die Kaffeemaschinen wurden weiter produziert und 1910 sogar eine elektrifizierte Variante auf den Markt gebracht, welche ich auch besitze.

Ich denke, also so um 1900 bis 1910 wird dieses kleine Stück Zeitgeschichte das Licht der Welt erblickt haben.

Es gibt mehrere Größen, das Modell 0 hier ist das kleinste, welches ich bisher gesehen habe. Allerdings habe ich auch ein viel größeres Modell 3. Zeige ich Dir sicherlich irgendwann im Blog.

Die „erste selbsttätige Kaffeemaschine“ dürfte es allerdings nicht gewesen sein, denn ich habe ältere Modelle, welche nach einem anderen Prinzip funktionieren. Doch diese sind auch selbsttätig.

Für heute soll es nun genug sein, ich mache mich auf die Suche nach weiteren Fundstücken.

Bis dahin,

schöne Grüße

Björn

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Björn
Odenwald, Hessen

Hallo, ich bin Björn. Blogger, Entdecker, Fotografierer und Sammler aus Leidenschaft. In meinem Blog zeige ich Dir alte Fundstücke, entdecke mit Dir "meinen" Odenwald und zeige Dir Fotos von meinen Ausflügen in die heimische Fauna und Flora.

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