Über den Odenwald hinaus

Besuch in Oppenheim

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Dezember 7, 2018

Oppenheim ist bekannt für seine Katharinenkirche und seinem Beinhaus. Außergewöhnlich ist das Kellerlabyrinth unter dem Ort, welches jährlich viele Besucher anzieht. Mich zieht es in die Kirche und den Ort, kommt doch mit.

Ich war schon einmal in Oppenheim, ist eine Weile her und damals hatte ich nur ein Mobile dabei und die Fotos sind nicht sonderlich berauschend geworden. Es war also klar, ein zweiter Besuch musste her und diesmal sollte auch das Wetter besser passen.

Wenn Du dich nun fragst, wo liegt eigentlich dieses Oppenheim?

Gute Frage, Dir kann geholfen werden.

Oppenheim liegt im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz, also am Oberrhein. Vom Odenwald ausgehend führt der Weg über Bensheim, bei Worms über den Rhein und dann eine Weile geradeaus.

In dieser Gegend war ich schon oft, bereits als kleines Kind führte die Reise nach „Rheinhessen“. Von dort stammt meine Großmutter.

Bei bestem Wetter also diesmal Ankunft in Oppenheim und im Ort gibt es an allen Enden große Parkplätze für Unsereins. Die Wege zum Zentrum und zur Katharinenkirche sind sehr gut beschildert.

Aber zunächst ein wenig Historie zu Oppenheim, gehört bei mir ja traditionell dazu, gelle.

„Bereits die Römer waren in dieser Gegend“.

In Zeiten des Imperium Romanum soll hier das Militätlager Buconica seinen Standort gehabt haben. Freilich ist hiervon nichts mehr zu erkennen.

Im Mittelalter wird das Dorf als fränkische Siedlung erstmalig im Lorscher Codex erwähnt (hatten wir schon einige Male bei anderen Siedlungen), das war 765.

Kein geringerer als Karl der Große schenkt zu jener frühen Zeit den ganzen Ort dem Kloster Lorsch. So etwas nennt man wohl große Geschenke 😉

Um 1008 gibt es die Marktrechte für Oppenheim, aber in den folgenden Jahrzehnten die üblichen Streitereien, welche um 1118 zur Zerstörung von Oppenheim führen.

„In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges kommt Gustav Adolf“

Auch vom Dreißigjährigen Krieg wird der Ort und seine Bewohner nicht verschont.

1620 wird die Stadt von spanischen Truppen erobert und 1631 überquert König Gustav II. Adolf mit seinen Truppen hier den Rhein und rückt in die Stadt ein. Bereits ein paar Jahrzehnte später kommen 1688 die Franzosen in die Stadt während des Pfälzischen Erbfolgekriegs – ein kommen und gehen.

Die Franzosen kommen dann noch einmal wieder, allerdings erst während der Französischen Revolution, in der Zeit zwischen 1798 und 1814 gehört der Ort zu Frankreich. Nachdem Napoleon besiegt ist, gelangt das Gebiet zum Großherzogtum Hessen mit seinem Sitz in Darmstadt.

Letztlich kommen 1945 die Amerikaner nach Oppenheim und heute und in Zukunft hoffentlich nur noch mit Kameras „bewaffnete“ Touristen 😉

Zurück in die Gegenwart.

Der Ort ist nicht sehr groß, knapp über 7.000 Einwohner zählt die Stadt. So sind die Wege nicht sonderlich weit und Du gelangst von den bereits erwähnten Parkplätzen schnell ins Zentrum.

Rund um das Rathaus von Oppenheim aus dem Jahr 1621 finden sich die weiteren Sehenswürdigkeiten in relativ kurzer Entfernung. Um das Rathaus findest Du auch zahlreiche Gastronomiebetriebe, die im Sommer auch zum Sitzen im Freien einladen.

Bekannt ist Oppenheim, wie bereits erwähnt, für die seine Kellerlabyrinthe unter der Stadt.

Gut 40 Kilometer Gänge und Keller liegen auf bis zu fünf Ebenen unter dem Ort. Diese sind auf die Zeit im 14. Jahrhundert zurückzuführen, als man viel Flächen für Waren benötigte, die unter der Erde anleget wurden.

Lange Zeit sind diese in Vergessenheit gefallen, teilweise verschüttet und heute sind sie ein touristischer Anziehungspunkt.

Ich muss Dich allerdings enttäuschen, ich habe mich lieber in der Sonne bewegt, als in unterirdischen Katakomben zu sein. „Sonne, äh Asche auf mein Haupt“.

Weiter bekannt ist das örtliche Beinhaus.

Ein Beinhaus? Diese Beinhäuser, man nennt sie auch Ossuarium oder Karner, sind quasi ein „Knochenlager“ menschlicher Überreste. In Oppenheim befindet sich das Größte seiner Art in Deutschland.

„Hier ruhen die Gebeine von mehr als 20.000 Oppenheimer Bürger“

Du hast richtig gelesen, zwischen 1400 und 1750 wurden die Gebeine der Unverwesten Verstorbenen in das Beinhaus verbracht, dort befinden sie sich noch heute.

Nicht kunstvoll trapiert sondern fein aufgestapelt in den Gewölben, ein Foto habe ich hiervon aber leider nicht.

Und dann ist da noch die Katharinenkirche, weswegen ich überhaupt hierher wollte.

„Die Katharinenkirche gilt als eine der bedeutendsten gotischen Kirchen zwischen Straßburg und Köln“

Es ist ein ziemlich großes und hohes Bauwerk und die Umgebung ist relativ nahe bebaut, so gelingt es mir leider nicht eine wirklich schöne Gesamtaufnahme zu machen. Tja, hätte ich ein richtiges Weitwinkel-Objektiv gebraucht, was ich aber nicht besitze.

Zurück zur beeindruckenden Kirche und ein wenig Historie dazu.

Es wird angenommen, dass der Bau der Kirche in die Zeit der Stadterhebung um das Jahr 1226 fällt. Aus dieser Zeit stammen noch heute die beiden Westtürme. Der Grundstein wird angeblich unter Anwesenheit von König Richard von Cornwall gelegt.

Es hat aber eine Weile gedauert bis das Bauwerk vollendet ist, erst 1439 steht die heutige Kirche.

Du kannst sowohl gotische, als auch romanische Baustile an ihr erkennen.

Bekannt ist die Oppenheimer Rose.

Die Oppenheimer Rose.

Es wird erzählt, dass der Meister auf die gelungene Fenstergestaltung seines Schülers eifersüchtig war und ihn deshalb von der Leiter gestoßen hat und dieser daraufhin sein Leben verlor.

Ich habe Dir ja bereits von einigen Auseinandersetzungen um den Ort Oppenheim erzählt, diesen fällt auch die Kirche zum Opfer. 1689 zerstören die Franzosen das Bauwerk, Dächer und Fenster sowie Gewölbe stürzen ein.

Für die Stadtbevölkerung ist es zunächst schwer die Kirche wieder zu errichten, Erst 1937 wird die Wiedereinwölbung des Westchores abgeschlossen.

Aber heute ist zum Glück wieder alles schön.

Und sehenswert, wie Du hoffentlich an den Fotos erahnen kannst.

Mir gefällt auch die Bartholomäuskirche im Ort, diese katholische Pfarrkirche stammt aus dem Jahr 1250. Bilder hiervon habe ich Dir auch mitgebracht.

Eine Burg gibt es auch in Oppenheim, zumindest deren Reste – die Ruine Landskron, welche ich allerdings aus Zeitgründen nicht besucht habe.

Und wenn Dich der Weinbau interessiert ist vielleicht das Deutsche Weinbaumuseum etwas für Dich?

Womit wir schon am Ende unseres Besuchs in Oppenheim angelangt sind.

Ich hoffe es war für Dich interessant, mir jedenfalls hat es sehr gut gefallen 🙂

Es grüßt Dich

Björn

PS: Dieser Artikel basiert auf den Erlebnissen einer Reise meiner Eltern, inklusive Fotos.

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Dezember 7, 2018

Dezember 9, 2018

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Björn
Odenwald, Hessen

Hallo, ich bin Björn. Blogger, Entdecker, Fotografierer und Sammler aus Leidenschaft. In meinem Blog zeige ich Dir alte Fundstücke, entdecke mit Dir "meinen" Odenwald und zeige Dir Fotos von meinen Ausflügen in die heimische Fauna und Flora.

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